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Wiener Börse (Mittag) - ATX gibt weiter nach / Leitindex vor Wochenverlust von 5 Prozent - Hohe Energiepreise und KI-Sorgen belasten - ATX in technischer Korrektur

Nach dem jüngsten Ausverkauf sind sich die Anleger am Wiener Aktienmarkt vor dem langen Wochenende weiter aus dem Risiko gegangen. Gegenwind kam von enttäuschenden Stimmungsdaten aus dem Euroraum und den weiter steigenden Öl- und Gaspreisen, welche die Sorgen vor einem hohen Inflationsdruck aufrecht hielten.

Am späten Vormittag lag der ATX 0,56 Prozent im Minus auf 6.228,62 Punkten. Das war der tiefste Stand seit Mitte Juni. Mit einem Verlust von aktuell fünf Prozent steuert er auf die schwächste Wochenbilanz seit Beginn des Irankriegs Anfang März zu. Für den ATX Prime ging es um 0,55 Prozent auf 3.062,61 Zähler hinab. Auch das europäische Umfeld gab nach.

Bereits am Donnerstag war der Leitindex über viereinhalb Prozent abgerutscht. Auslösender Faktor einer weltweiten Flucht in sichere Häfen war eine giftige Melange aus steigenden Ölpreisen und den daraus resultierenden Zins- und Konjunkturängsten sowie erneut aufgekommenen Sorgen bezüglich der Rentabilität der massiven KI-Investitionen in der Tech-Branche.

Vom Rekord-Schlusskurs von mehr als 7.000 Punkten Ende September ist der ATX mittlerweile um über elf Prozent zurückgefallen. Marktbeobachter sprechen bei einem Rückgang dieser Größenordnung auch aus technischer Sicht von einer Korrektur. Seit Jahresbeginn liegt der ATX jedoch weiterhin knapp 17 Prozent im Plus. Auch im Vergleich mit anderen europäischen Benchmarks hat der österreichische Leitindex damit klar die Nase vorn. In der Spitze hatte das Jahresplus nahezu ein Drittel betragen.

Am Berichtstag trugen frische Konjunkturdaten aus der Eurozone kaum dazu bei, die Sorgen der Anleger zu lindern. In Frankreich fiel die Unternehmensstimmung angesichts der politischen Unruhen und der Sorgen über die Staatsfinanzen deutlich. Zudem signalisiert der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität.

Am Vortag waren, neben einem Kurseinbruch bei AT&S, auch die schwergewichteten Bankwerte unter die Räder gekommen. Nach einem positiven Handelsstart notierten Erste Group und BAWAG jeweils 1,3 Prozent leichter. RBI sackten um 3,5 Prozent ab. AT&S stabilisierten sich dagegen um 1,3 Prozent etwas.

Immobilienwerte knüpften hingegen an ihre jüngste Stärke an. Angesichts des jüngsten Marktstress mehren sich die Zweifel darüber, ob die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Jahr überhaupt noch einmal die Zinsen anheben kann, merkten die Marktstrategen der Deutschen Bank an. CA Immo stiegen um 1,6 Prozent.

spa/rst

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