Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise steigen weiter / Goldpreis unbewegt
Die Ölpreise haben am Freitag etwas weiter zugelegt. Die Notierungen steuern angesichts zunehmender Angriffe auf Saudi-Arabien auf den dritten Wochengewinn in Folge zu. Die jüngste Eskalation schürt Sorgen vor größeren Lieferausfällen im Nahen Osten.
Ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete zuletzt 113,36 US-Dollar. Das waren 0,17 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Dezember stieg um 0,58 Prozent auf 100,05 Dollar.
Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz hat nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen. Das Ministerium sei direkt getroffen worden, teilte Houthi-Militärsprecher Yahya Sari am Donnerstag mit. Die Rebellen hätten mit Raketen und Drohnen auch die Flughäfen im östlichen Dammam sowie in Abha im Süden angegriffen und Einrichtungen des Ölkonzerns Saudi Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer. Die Huthi im Jemen setzen das benachbarte Saudi-Arabien seit Wochen unter Druck mit nahezu täglichem Beschuss von Flughäfen, Öl-Einrichtungen und anderen Zielen.
Die zunehmenden Kämpfe drohen den Konflikt rund um die Straße von Hormuz auszuweiten. Dort haben sich die Rohölexporte inzwischen wieder nahezu auf das Vorkriegsniveau erholt. Öl der Nordseesorte Brent hat sich seit Jahresbeginn um mehr als 85 Prozent verteuert. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran nähert sich mittlerweile seinem neunten Monat. Die Preise für Ölprodukte sind noch stärker gestiegen, insbesondere für Diesel.
Die "New York Times" hatte in dieser Woche berichtet, dass die USA und Israel Pläne für neue Angriffe auf die Islamische Republik nach den US-Zwischenwahlen Anfang November ausgearbeitet hätten.
"Die jüngsten geopolitischen Eskalationen deuten auf einen intensiveren Angriff auf den Iran hin, was die Rohölpreise über die gesamte Terminkurve hinweg nach oben treibt", sagte Dennis Kissler, leitender Handelsmanager beim Finanzdienstleister BOK Financial Securities, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die meisten Händler gingen angesichts der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass die Preise länger auf hohem Niveau bleiben dürften.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gestiegen. Wie das OPEC-Sekretariat am Freitag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Donnerstag 115,09 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Am Mittwoch hatte der Preis 111,29 Dollar betragen. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis zeigte sich kaum verändert. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.023,22 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,03 Prozent weniger als am Vorabend.
spa/rst