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US-Ex-General Hodges: Europa muss auf Kriege vorbereitet sein / Politischer Wille und Unterstützung für die Ukraine gefordert

Der frühere US-General Ben Hodges ist der Ansicht, Europa müsse sich entschlossener auf militärische Auseinandersetzungen einstellen. "Der beste Weg, einen Konflikt zu verhindern, ist zu zeigen, dass man darauf vorbereitet ist", sagte er am Donnerstag in Wien. Dazu brauche es politischen Willen, Investitionen, aber auch Unterstützung aus der Bevölkerung. Die kommenden Wahlen in den USA und Israel könnten laut Hodges Einfluss auf die Kriege in der Ukraine und im Iran haben.

Hodges war von 2014 bis 2017 Oberkommandierender der US-Landstreitkräfte in Europa. Nach Jahrzehnten in der Armee wünsche er sich, nicht über Situationen wie die jetzige sprechen zu müssen, sagte er bei einem Pressegespräch von Raiffeisen Capital Management (RCM). Es nicht zu tun, wäre aber naiv. Nachdem die USA nicht mehr so aktiv am Kontinent wären, müsste sich Europa selbst um seine Sicherheit kümmern.

Europa und Russland in der Grauzone

In der Ukraine habe sich der Krieg am Boden mittlerweile stabilisiert, sagte Hodges. Luft- und Drohnenangriffe beider Seiten könnten aber weiterhin große Schäden anrichten. Dieser Konflikt stelle auch die größte Bedrohung für Europa dar. Weitere Fluchtbewegungen sowie Auswirkungen auf Nahrungsmittel- und Energieversorgung seien nicht ausgeschlossen.

Zudem werde Russland weiter Selbstvertrauen tanken, sollte es seine Ziele in der Ukraine erreichen. Die aktuelle Situation zwischen Europa und Russland sei eine Grauzone, so der Ex-General: "Man könnte sagen, wir sind bereits in einem Krieg." Bei einer Niederlage der Ukraine würde der russische Präsident Wladimir Putin weitermachen und möglicherweise den Beistandspakt der NATO testen, glaubt Hodges.

Wahlen als Kriegsfaktor

Nach den US-Wahlen am 3. November könnte sich die Lage wieder ändern. Ein Erfolg der Demokraten würde Unterstützung für die Ukraine erleichtern, sagte Hodges. Er verstehe nicht, warum sich die Regierung von Präsident Donald Trump gegen Kiew richte. Interesse an einem Kriegsende sei in Washington aber grundsätzlich da.

Auch im Iran wären neue Angriffe nach dem Urnengang möglich. Die USA hielten sich aktuell zurück, genauso wie Israel bis zur dortigen Parlamentswahl am 27. Oktober. Hodges sah kein baldiges Ende der Kämpfe in der Golfregion kommen.

Raiffeisen will private Investitionen fördern

Hannes Cizek, CEO von Raiffeisen Capital Management, betonte die Bedeutung von Investitionen für die europäische Widerstandsfähigkeit. Neben klassischen Militärgütern brauche es etwa auch Kommunikationsnetze, Energieversorgung und verlässliche Lieferketten. In den letzten Jahren habe sich bereits viel getan, doch gerade bei der Nutzung von privatem Kapital gebe es noch großes Potenzial. Sein Unternehmen wolle helfen, dieses zu heben, so Cizek. RCM ist eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen Bank International (RBI), diese wurde immer wieder für ihre Russland-Geschäfte kritisiert.

jog/mhh

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