ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax mit nächstem Dämpfer
Der Dax erhält am Donnerstag
auf seiner Richtungssuche wieder einen Dämpfer. Zahlen großer
US-Tech-Konzerne sorgten dafür, dass die Stimmung wieder umschwenkt,
nachdem die Vortagserholung dem Leitindex noch den höchsten Stand
seit vier Wochen beschert hatte. Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld
in Saudi-Arabien stiegen auch die Ölpreise wieder deutlich.
Der Dax fiel gegen Ende der ersten Handelsstunde um ein Prozent auf
25.384 Punkte. Er rutschte damit wieder unter seine 100-Tage-Linie,
um die er in den vergangenen Tagen schon geschwankt war. Der MDax
mit den mittelgroßen Werten sank in ähnlichem Maße
auf 30.325 Zähler.
Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP verpufften im
Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche.
Die Erholung des Nasdaq 100 hatte am Vorabend in New
York schon an Schwung verloren und über Nacht ging es an den
technologielastigen Börsen in Japan und Südkorea wieder merklich
bergab.
"Die Quartalsberichte von Tesla , Meta ,
IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in
den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chip-Sektor zu
festigen", schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor
hatten Milliarden-Gewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX
die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend
gemildert.
Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla
auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes
sieht das Thema KI in einer schwierigen Phase zwischen
technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse
zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel
Geld kosten werde.
Unter den deutschen KI-Profiteuren gaben die Kurse von Infineon
, Siemens Energy und Siemens
um bis zu 3,5 Prozent nach.
Wegen der jüngsten Entwicklung der Cloudverträge wird SAP etwas
zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr. Laut dem
Experten Charles Brennan von Jefferies unterstreicht die
Geschäftsentwicklung die Dynamik der Cloud-Transformation und
entkräftet die Sorgen vor einer KI-Disruption. Diese hatten zuletzt
dafür gesorgt, dass sich die Kurse im Softwarebereich häufiger
gegenläufig entwickeln zu den Chip-Werten. SAP stand anfangs besser
da mit einem Anstieg, der die Aktien zunächst auf dem höchsten
Niveau seit Januar hielt. Über der 210-Euro-Marke traf der Kurs
jedoch auf Widerstand und rutschte dann ins Minus.
Im Rüstungsbereich sank der Kurs des MDax-Wertes Renk
um 1,8 Prozent. Der Panzergetriebehersteller verkauft sein
Gleitlagergeschäft und kürzte deshalb seine Prognose für das
laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen kommt damit voran bei seinem
Umbau zum reinen Rüstungskonzern. Börsianer vermuten in der neuen
Prognose aber auch operativ eine leichte Senkung.
Eine Stütze sind dagegen deutsche Laborausrüster: Bei Qiagen
macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam
mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Übernahme. Der
schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs näherte sich mit
einem Sprung um 5,6 Prozent auf 45,20 Euro dem Gebot von 46,50 Euro.
Der Sartorius -Kurs legte außerdem um fünf Prozent zu.
Eckdaten zu den ersten neun Monaten des Jahres sind Händlern zufolge
auf den ersten Blick besser als gedacht. Das Unternehmen sieht sich
damit auf gutem Weg zu den Jahreszielen./tih/jha/