ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Gewinne - SpaceX mildert KI-Bedenken
Der Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX
hat am Mittwoch mit seinen Quartalszahlen die
Stimmung an der US-Technologiebörse Nasdaq wieder aufgehellt. Zum
Börsenschluss gewann der Tech-Auswahlindex Nasdaq 100
1,13 Prozent auf 29.822,52 Punkte, nachdem er am Vortag erneut
anfällig für Verluste gewesen war.
"SpaceX scheint genau das geliefert zu haben, wonach der Markt
gesucht hat: den Beweis, dass die Nachfrage im Bereich der KI nach
wie vor sehr real ist", sagte Simon Wiersma, Chef-Anlagestratege bei
der niederländischen Bank ING.
Der am Dienstag schon starke Leitindex Dow Jones Industrial
zog am Mittwoch um weitere 0,69 Prozent auf 52.856,09
Punkte an. Der marktbreite S&P 500 legte um 0,58
Prozent auf 7.757,17 Punkte zu.
Der positiv aufgenommene Quartalsbericht und Fusionsüberlegungen
bescherten den Aktien von SpaceX einen Kurssprung von
7,8 Prozent. Am Vortag nach US-Börsenschluss hatte der Konzern
berichtet, dass nach einer langen Durststrecke im vergangenen
Quartal ein Milliardengewinn erwirtschaftet wurde. Hinzu kam eine
überraschend deutliche Umsatzsteigerung.
"Das hat die Stimmung nicht nur gegenüber SpaceX selbst, sondern
auch gegenüber dem gesamten KI-Ökosystem verbessert", so Experte
Wiersma. Jüngst noch hatten KI-Aktien einen schweren Stand.
Marktteilnehmer fragten sich, ob sich die immensen Investitionen im
KI-Bereich letztlich auszahlen können.
SpaceX-Chef Elon Musk bestätigte zudem Überlegungen für einen
Zusammenschluss von SpaceX mit dem ebenfalls von ihm geführten
Elektroautobauer und Batteriehersteller Tesla , dessen
Aktienkurs zum Handelsende 3,4 Prozent höher stand. Nach dem
Börsenschluss legte Tesla Quartalszahlen vor. Auch der
Social-Media-Riese Meta sowie der Chiphersteller
Texas Instruments und das IT-Unternehmen IBM
öffneten nach dem Handelsende ihre Bücher.
Die strategische Logik einer SpaceX-Tesla-Transaktion bleibt nach
Einschätzung von JPMorgan-Analyst Rajat Gupta schlüssig. An dem
gemeinsamen Unternehmen könnte Musk anschließend mehr als 50 Prozent
halten. Die entscheidenden Hürden seien die Zustimmung der übrigen
Tesla-Aktionäre und der Wettbewerbsbehörden. Letztere dürfte -
entgegen den Aussagen von Musk - das größere Hindernis sein, glaubt
Gupta.
Die Titel von Supermicro gewannen am Mittwoch 9,6
Prozent. Dank der hohen Nachfrage aus der KI-Branche legte der
Computer- und Serverhersteller ebenfalls starke Quartalszahlen vor.
Dagegen rutschten die Aktien von Netflix um 5,3
Prozent ab. Der Streamingdienst hatte für das vergangene Quartal das
schwächste Wachstum seit Jahren ausgewiesen.
Die Aktien des Telekomkonzerns AT&T büßten nach
Geschäftszahlen 6,5 Prozent ein. Das Unternehmen hatte für das
dritte Quartal weniger Mobilfunkkunden gemeldet als von Analysten
erwartet, was den harten Wettbewerb auf dem Markt widerspiegelt -
auch angesichts des möglichen Markteintritts von SpaceX.
United Airlines > prognostizierte für die letzten drei
Monate des Jahres ein schwächeres Ergebnis als erwartet. Damit wird
deutlich, wie sehr steigende Kerosinpreise an den Gewinnen von
Fluggesellschaften zehren, obwohl die Nachfrage nach Reisen stabil
bleibt. Die Papiere von United legten dennoch um 4 Prozent zu.
Zuversichtlich stimmende Aussagen etwa zu den Zielen für die
Vorsteuermarge im Jahr 2027 beflügelten neben der allgemeinen
Marktstärke den Kurs./ajx/he