Irans Außenminister wirbt trotz Misstrauens gegen USA für Diplomatie
Irans Außenminister wirbt trotz großen Misstrauens in Verhandlungen mit den USA weiter für eine diplomatische Lösung. "Wir haben keinerlei Vertrauen in die Aufrichtigkeit des von der US-Regierung bekundeten Wunsches nach Frieden mit dem Iran", schrieb Abbas Araghtschi in einem Gastbeitrag für die "Financial Times". Angesichts der Drohungen aus dem Weißen Haus gebe es wenig Grund, Fortschritte zu erwarten. "Trotz alledem bin ich als Berufsdiplomat verpflichtet, mein Äußerstes zu tun, um der Diplomatie eine Chance zu geben, selbst wenn die Hoffnung auf Erfolg gering ist."
Araghtschi verwies auf einen Verhandlungsvorschlag, den der Iran den USA während der UN-Generalversammlung über Vermittler unterbreitet hatte. Seinen Worten nach sieht der Sieben-Tage-Plan ein Ende des Kriegs und eine Lösung im Konflikt um die Straße von Hormus vor. "Die Realität ist, dass der Iran allein aufgrund seiner geografischen Lage immer über eine beispiellose Einflussmöglichkeit auf den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus verfügen wird", schrieb er weiter.
Die Sorge vor einer Rückkehr zum offenen Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen und dem Iran auf der anderen Seite war in den vergangenen Wochen wieder gewachsen. Pakistan und Russland wollen zwischen Teheran und Washington vermitteln. Bei einem Besuch in der iranischen Hauptstadt überbrachte Pakistans Armeechef Asim Munir der iranischen Führung am Dienstag eine "letzte Warnung" der USA. Über die Verhandlungen der Konfliktparteien hinter den Kulissen ist bislang nur wenig bekannt./arb/DP/jha
AXC0224 2026-10-21/15:06