Aktien Frankfurt: Dax rückt dank KI-Werten ins Plus vor
Der Dax hat sich am Mittwoch
nach einem verhaltenen Start ins Plus vorgearbeitet. Gestützt auf
KI-Werte und die Adidas-Aktien gelang dem Leitindex die Rückkehr
über seine 100-Tage-Linie, die am Montag erst unterschritten wurde.
Sie bildet einen unter Anlegern beliebten Indikator für den mittel-
bis längerfristigen Trend ab.
Anleger drängten ihre Sorgen wegen der Unruhen in Frankreich und der
nach wie vor hohen Ölpreise vorerst etwas zur Seite. Am Nachmittag
legte der Dax um knapp ein Prozent auf 25.552 Punkte zu. Der
Leitindex vergrößerte damit wieder seinen Abstand zur psychologisch
wichtigen Marke von 25.000 Punkten, der er sich am Vortag
zwischenzeitlich noch genähert hatte. Der MDax
schaffte es mit 0,7 Prozent ins Plus auf 30.596 Punkte.
Rückenwind brachte im Tagesverlauf, dass sich an den New Yorker
Börsen eine positive Eröffnung abzeichnet - vor allem an der
technologielastigen Nasdaq. KI-Werte hatten sich zuvor bereits in
Asien auf Erholungskurs begeben. Als Treiber fungieren positive
Nachrichten von den US-Konzernen SpaceX und Super
Micro , deren Kurse im vorbörslichen US-Handel jeweils
deutlich anziehen.
Vor allem überzeugte SpaceX mit einem Milliardengewinn, der am
Vorabend nach US-Börsenschluss vermeldet wurde. Außerdem bestätigte
der Chef des Weltraum- und KI-Konzerns, Elon Musk, seine
Überlegungen für einen Zusammenschluss mit dem Elektroautobauer
Tesla . Im Dax wurden einige Werte mit KI-Bezug davon
gestützt, allen voran Infineon mit mehr als drei
Prozent Plus. Auch das Dax-Schwergewicht Siemens
setzte mit zwei Prozent zur Erholung an.
Zum zweitgrößten Dax-Gewinner wurde Adidas mit einem
Anstieg um 2,5 Prozent. Die erste Reaktion darauf, dass der
Sportartikelkonzern starke Eckdaten vorgelegt und seine
Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht hatte, war zwar noch mau
gewesen. Die Aktien schafften es aber dann, bei 160 Euro einen
wichtigen technischen Widerstand zu brechen.
Im Immobiliensektor gab es ebenfalls eine Erholung. Grand City
Properties nutzt hier den gedrückten Kurs des
Konkurrenten LEG für ein Finanzinvestment, indem er
gut 20 Prozent der Anteile kauft. Dies trieb die Kurse beider Aktien
hoch und stützte auch den Grand-City-Großaktionär Aroundtown
.
Im MDax sprang der Jenoptik-Kurs am Nachmittag mit
mehr als zehn Prozent ins Plus nach einer erhöhten Prognose. Nachdem
die bisherige Spanne bei 20 bis 21 Prozent gelegen hatte, rechnet
das Technologieunternehmen im Gesamtjahr nun mit einer operativen
Marge von 22 Prozent. Jenoptik zählt bei Anlegern auch zu den
KI-Profiteuren.
Im SDax gab es bei Friedrich Vorwerk
einen Kursanstieg um 6,5 Prozent wegen erfreulicher Zahlen. Nach
einem Ergebnissprung im dritten Quartal hat der Anlagenbauer für
Erdgas-, Strom- und Wasserstoffanwendungen ein weiteres Mal seine
Prognosen für das Jahr angehoben. Schub gab dies auch dem
Großaktionär MBB .
Eine schwache Erscheinung am deutschen Aktienmarkt waren die Aktien
von Fresenius Medical Care (FMC) . Sie gerieten mit
fast zwei Prozent unter Druck wegen Reformplänen des
US-Gesundheitsministeriums für die Behandlung von
Nierenerkrankungen. Der UBS-Experte Graham Doyle sieht in diesen
einen Sorgenfaktor./tih/jha/