Aktien New York Ausblick: Nasdaq weiter stabilisiert dank SpaceX und Supermicro
Die Kurse an der US-Technologiebörse Nasdaq
dürften sich am Mittwoch weiter stabilisieren. Über eine Stunde vor
Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Auswahlindex Nasdaq 100
0,6 Prozent höher auf 29.670 Punkte. Ihm halfen
mehrheitlich positiv aufgenommene Geschäftszahlen aus der
Tech-Branche, welche die Marktfantasie mit Blick auf das Megathema
Künstliche Intelligenz (KI) wieder anfachten. Den vortags starken
Leitindex Dow Jones Industrial erwartet IG 0,2
Prozent fester bei 52.608 Punkten.
Ein erfreulicher Quartalsbericht und Fusionsüberlegungen bescherten
SpaceX einen vorbörslichen Kurssprung von 7,8
Prozent. Am Dienstag nach US-Börsenschluss berichtete der Raumfahrt-
und KI-Konzern, dass nach einer langen Durststrecke im vergangenen
Quartal ein Milliardengewinn erwirtschaftet wurde. Hinzu kam eine
überraschend deutliche Umsatzsteigerung.
"SpaceX scheint genau das geliefert zu haben, wonach der Markt
gesucht hat: den Beweis, dass die Nachfrage im Bereich der KI nach
wie vor sehr real ist", sagte Simon Wiersma, Chef-Anlagestratege bei
der niederländischen Bank ING . "Das hat die Stimmung
nicht nur gegenüber SpaceX selbst, sondern auch gegenüber dem
gesamten KI-Ökosystem verbessert." Am Dienstag hatte der
enttäuschende Börsengang eines südkoreanischen KI-Unternehmens die
Stimmung getrübt. Hauptthema am Markt war und ist, ob sich die
immensen Investitionen im KI-Bereich letztlich auszahlen.
Zudem bestätigte Elon Musk Überlegungen für einen Zusammenschluss
von SpaceX mit dem ebenfalls von ihm geführten Elektroautobauer und
Batterienhersteller Tesla , der an diesem Mittwoch
nachbörslich Zahlen vorlegt. Für die Aktien zeichnet sich ein Plus
von 1,4 Prozent ab.
Die strategische Logik einer solchen Transaktion, über die schon
länger spekuliert wird, bleibt nach Einschätzung von
JPMorgan-Analyst Rajat Gupta schlüssig. An dem gemeinsamen
Unternehmen könnte Musk anschließend mehr als 50 Prozent halten. Die
entscheidende Hürden seien die Zustimmung der übrigen
Tesla-Aktionäre und der Wettbewerbsbehörden. Letztere dürfte -
entgegen den Aussagen von Musk - das größere Hindernis sein, glaubt
Gupta.
Die Titel von Supermicro zogen um 12,3 Prozent an.
Dank der hohen Nachfrage aus der KI-Branche legte der Computer- und
Serverhersteller ebenfalls starke Quartalszahlen vor.
Dagegen deutet sich bei Netflix ein Kursrutsch von
6,6 Prozent an. Damit würden die Aktien erstmals seit August 2024
unter 65 US-Dollar sinken, nachdem sie seit Jahresbeginn schon über
ein Viertel ihres Werts eingebüßt haben. Der Streamingdienst
berichtete für das vergangene Quartal das schwächste Wachstum seit
Jahren.
Die Aktien des Telekomkonzerns AT&T büßten nach
Geschäftszahlen vorbörslich 5,7 Prozent ein.
Bei Abbott Laboratories zeichnet sich ein Kursverlust
von 4,3 Prozent ab. Damit würden die Aktien an ihre jüngste Schwäche
nach der Erholung seit Anfang Oktober anknüpfen. Das Gesundheits-
und Medizintechnikunternehmen verzeichnete im vergangenen Quartal
einen deutlichen Gewinnrückgang. Die bekannt gegebenen Pläne für
eine Abspaltung des Ernährungsgeschäfts als eigenständiges
börsennotiertes Unternehmen halfen der Stimmung nicht.
Neben Tesla wollen nach dem heutigen Börsenschluss unter anderem
noch der Social-Media-Riese Meta , der Chiphersteller
Texas Instruments und das IT-Unternehmen IBM
ihre Quartalsberichte vorlegen./gl/stk