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Drohnenabwehr: Nato stärkt Präsenz im Schwarzen Meer

Die Nato verstärkt angesichts der Intensivierung russischer Angriffe auf ukrainische Exportrouten ihre militärische Präsenz in der Schwarzmeer-Region. Es gehe darum, dass Bündnisstaaten zusätzliche Seefernaufklärungsflugzeuge, Radarsysteme, Drohnen und Spezialteams zur Untersuchung von Sprengstoffen zur Verfügung stellten, sagte der Sprecher des militärischen Hauptquartiers in Mons der Deutschen Presse-Agentur. Zudem würde auch zusätzliches Geheimdienstpersonal mobilisiert.

Entscheidend sei, das Lagebild in der Region durch den verstärkten Einsatz von Sensoren und einen intensiveren Datenaustausch zu verbessern, erklärte Martin L. O'Donnell. Ein Aufklärungsflugzeug der US-Navy vom Typ Poseidon nahm Medienberichten in Sofia zufolge seine Mission vor der bulgarischen Schwarzmeerküste auf. Bulgariens Regierung hatte die EU und die Nato nach den Vorfällen der vergangenen Woche um Unterstützung gebeten.

Zahlreiche Angriffe in kurzer Zeit

Zuletzt hatten sich im Schwarzen Meer Drohnenangriffe auf Handelsschiffe gehäuft. Betroffen waren unter anderem Transporte vor der Küste der Nato-Staaten Bulgarien und Rumänien. In der vergangenen Woche wurde rund 33 Kilometer östlich des bulgarischen Küstenortes Bjala das ukrainische Schiff "Chelsea 3" von drei Drohnen getroffen. Bei dem zweiten Vorfall, rund 31 Kilometer vor dem Ort Krapez nahe der rumänischen Grenze, wurde ein Schiff getroffen und versenkt.

Davor war unter anderem nahe dem rumänischen Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe ein mit Getreide beladenes türkisches Handelsschiff untergegangen. Zwei Seeleute kamen dabei ums Leben. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde der Frachter von russischen Drohnen getroffen.

EU-Chefdiplomatin warnt vor Ernährungskrise

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte wegen der Situation zuletzt vor einer neuen globalen Ernährungskrise gewarnt. Kallas sagte, die Ukraine sei einer der wichtigsten Agrar-Exporteure der Welt und Russlands Handeln mache es weltweit schwieriger, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Sechs Angriffe mutmaßlich russischer Drohnen innerhalb von zehn Tagen markierten eine gefährliche und inakzeptable Eskalation.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in den Angriffen einen "Ausdruck der russischen Bemühungen, den westlichen Teil des Schwarzen Meeres für die Schifffahrt völlig untauglich zu machen"./aha/DP/mis

AXC0157 2026-10-21/12:37

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