ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Nahost-Friedenshoffnung im späten Handel stützt
Vage Hoffnungen auf eine
Friedenslösung im US-Iran-Konflikt haben den europäischen Börsen am
Dienstagnachmittag etwas Halt gegeben. Der Eurozonen-Leitindex
EuroStoxx 50 machte seine Verluste zeitweise wett,
aus dem Handel ging er aber mit einem Minus von 0,38 Prozent auf
6.121,66 Punkte. KI-Sorgen blieben eine Belastung.
Die Märkte reagierten offenbar auf die erneute Verbreitung früherer
Schlagzeilen des pan-arabischen Medienunternehmens Al-Araby
Al-Jadeed, in denen auf einen Kompromissvorschlag der Vermittler aus
Katar und Pakistan hingewiesen wurde. Dieser werde angeblich den
Forderungen sowohl der US-amerikanischen als auch der iranischen
Seite gerecht.
Der Schweizer Leitindex SMI baute seine Gewinne am
Nachmittag aus, daraus resultierte zum Handelsende ein Plus von 0,76
Prozent auf 14.478,37 Punkte. Der britische FTSE 100
dämmte sein Minus auf 0,29 Prozent ein und ging mit 10.733,00
Zählern aus dem Handel. In New York notierten die wichtigsten
Indizes zum europäischen Börsenschluss im Plus.
Schwächster Sektor waren die Industriewerte . Auf
ihnen lasteten die zwischen 2,2 und 5 Prozent hohen Verluste der
Schwergewichte ABB , Schneider Electric
und Siemens . Die Aktien des Schweizer Konzerns ABB
waren nach Quartalszahlen unter Druck geraten. Zwar hatte das
Unternehmen die Ziele leicht nach oben angepasst. Händler verwiesen
jedoch auf die derzeit schwache Stimmung im Sektor. Der Gewinn je
Aktie von ABB sei zudem hinter den Erwartungen geblieben, hieß es
von Berenberg.
Auch der Technologiesektor verbuchte Abgaben. Hier
belasteten die Verluste von Halbleiter-Papieren. So verloren die
Aktien von ASML 2,7 Prozent. "Die Börsen müssen
derzeit die Übertreibungen der vergangenen KI-Euphorie verdauen",
merkte Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets an. "Auf den
Rausch folgt jetzt der Kater, und die Ausnüchterungsphase könnte
noch einige Handelstage andauern."
Gefragt waren defensive Branchen und hier vor allem Pharmatitel
. Roche profitierten von einer
Hochstufung durch Oddo auf "Outperform" und gewannen 2,6
Prozent./ajx/he