Wiener Börse (Nachmittag) - Verluste wurden ausgeweitet / Technologiewerte unter Druck - AT&S verliert 6,8 Prozent
Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Dienstagnachmittag weiter mit starken Abgaben präsentiert. Der heimische Leitindex ATX fiel um 1,60 Prozent auf 6.401,94 Punkte. Für den ATX Prime ging es um 1,59 Prozent auf 3.144,00 Zähler hinunter. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch an den europäischen Börsen.
Sorgen über die weitere Entwicklung im Technologiesektor haben die Anleger an den Börsen weiter auf Trab gehalten. "Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. Der europäische Technologie-Branchenindex bröckelte um 1,5 Prozent ab. Das spürt auch der steirische Halbleiterhersteller AT&S, dessen Anteilscheine heute bereits 6,8 Prozent abgegeben haben.
Zudem steigt der Ölpreis wieder. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent kletterte mit der Sorge vor weiteren Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormuz über 111 Dollar je Barrel und damit auf den höchsten Stand seit fünf Monaten.
In Deutschland trübt sich zudem das Konjunkturbild etwas ein. Die Einschätzung von Finanzexperten und Analysten zur Konjunktur in Deutschland hat sich nämlich erstmals seit fünf Monaten wieder verschlechtert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen, das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW, fielen im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 6,6 Punkte auf 28,1 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten einen Dämpfer erwartet, waren aber im Schnitt nur von einem Rückgang auf 30 Punkte ausgegangen.
In Österreich könnten sich die Blicke - zumindest kurzfristig - auf die Raiffeisen Bank International (RBI) und Strabag richten. Im Konflikt mit anderen Strabag-Kernaktionären hat nämlich die zumindest ehemals vom russischen Milliardär Oleg Deripaska kontrollierte und von der EU sanktionierte Rasperia Trading Limited eine womöglich letzte Klagsforderung spezifiziert: Laut Antrag vom 16. Oktober fordert Rasperia von der RBI-Tochter Raiffeisenbank Russland sowie von Strabag-Kernaktionären 342 Mio. Euro, erklärte ein RBI-Sprecher der APA. Die Causa wird heute vor Gericht in Kaliningrad verhandelt. RBI büßten bisher 2,8 Prozent ein. Strabag gaben 2,5 Prozent ab.
Auch die weiteren im ATX schwer gewichteten Bank-Titel lagen im Minus. Erste Group-Papiere gingen 2,3 Prozent hinunter. BAWAG verloren 2,14 Prozent auf 159,80 Euro. Analysten der Deutsche Bank Research haben ihr Kursziel für die Aktien der BAWAG von 191 auf 193 Euro nach oben revidiert. Zudem bestätigte die Deutsche Bank-Expertin Marlene Eibensteiner ihre Kaufempfehlung "Buy" für die BAWAG-Anteilscheine. Die "Investment-Story" bleibe intakt, schreibt sie nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen der Bank.
Die Analysten der Deutsche Bank Research haben ihr Kursziel auch für die Aktien des steirischen Anlagenbauers Andritz von 95 auf 99 Euro erhöht. Die Empfehlung "Buy" wurde gleichzeitig vom zuständigen Experten Lars Vom-Cleff bestätigt. Andritz-Aktien notierten mit minus 1,51 Prozent bei 78,50 Euro.
Anziehende Ölpreise zogen OMV nach oben. OMV-Titel lagen 0,6 Prozent höher.
An der Spitze des ATX standen Lenzing mit 1,33 Prozent Zuwachs. Ins den Gewinnbereich schafften es bisher auch noch CA Immo (plus 1,2 Prozent), Vienna Insurance (plus 0,7 Prozent) und Verbund (0,4 Prozent).
moe/mik
ISIN AT0000999982