Aktien Frankfurt Ausblick: Dax konsolidiert nach Ausbruch aus Abwärtstrend
Nach der starken Vorwoche dürften es die
Anleger am deutschen Aktienmarkt am Montag erst einmal ruhiger
angehen lassen. Für Zurückhaltung sorgt vor allem der neuerliche
Kursrutsch im US-Tech-Sektor, der den Nasdaq 100 am
Freitagabend auf das tiefste Niveau seit vier Wochen zurückgeworfen
hatte. Rund eine Stunde vor dem Auftakt signalisiert der X-Dax
den Dax auf 25.563 Punkte und damit
0,2 Prozent im Minus.
In der vergangenen Woche hatte sich der Dax aus seinem seit dem
Rekord von 26.618 Punkten Ende August währenden Korrekturtrend
befreit und war am Freitag bis an seine 50-Tage-Linie geklettert,
schloss aber etwas darunter. Der Trendindikator verläuft aktuell bei
etwa 25.720 Punkten.
In Asien fiel die Reaktion auf die US-Schwäche in den
technologielastigen Indizes in Japan und Südkorea am Montag
uneinheitlich aus: Während der Nikkei 225 in Tokio weiter fiel, stabilisierte sich der zuletzt
schwache Kospi in Seoul mit moderaten Gewinnen.
Die Schwäche am US-Aktienmarkt war derweil geprägt von Sorgen über
die Finanzierungskosten der KI-Konzerne sowie ölpreisbedingter
Inflation. Der Anlagestratege Mislav Matejka von JPMorgan
beruhigte die Anleger inzwischen zumindest im
Hinblick auf die zuletzt massiv gestiegenen Anleihezinsen. Er bleibe
dabei, dass der Anstieg übertrieben gewesen sei, so der Experte.
Sollten sich die Renditen an den Anleihemärkten stabilisieren, würde
das den Aktienmärkten helfen.
Auf der Unternehmensseite richten sich die Blicke der Anleger auf
die DHL Group . Der Logistikkonzern hob nach einem
Ergebnisanstieg im dritten Quartal seine Prognose für den operativen
Gewinn des laufenden Jahres an. Für den Aktienkurs ging es am
Montagmorgen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum
Xetra-Schluss um knapp ein halbes Prozent nach oben. Ein Händler
wertete den neuen Ausblick positiv, eine komplette Überraschung sei
er aber nicht.
Bei den Anteilsscheinen der Norma Group griffen
Anleger ebenfalls zu; die Papiere gewannen vorbörslich 2,9 Prozent.
Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer will in den
kommenden Jahren mit seiner neuen Aufstellung leicht wachsen und
dabei deutlich profitabler werden, wie aus einer
Strategiepräsentation hervorging.
Eine Empfehlung der Citigroup lieferte den Aktien des
Autozulieferers Aumovio Rückenwind. Ihr Kurs stieg um
gut 4 Prozent, nachdem die Analysten die Bewertung bei einem
Kursziel von 56 Euro mit "Buy" aufgenommen hatten.
Im Fokus bleiben zudem Immobilienkonzerne, allen voran die in Berlin
stark vertretene Vonovia . So entscheiden Grüne und
SPD in Berlin heute über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen
mit der Linken. Die Grünen haben dazu am Abend (20.00 Uhr) einen
kleinen Parteitag einberufen. Die SPD befindet bei einer digitalen
Sitzung ihres Landesvorstands ebenfalls darüber.
Basis ist ein Sondierungspapier, das die drei Parteien am Wochenende
vorgestellt hatten. Das bundesweit umstrittenste Vorhaben dürfte die
Vergesellschaftung von etwa 160.000 Wohnungen von fünf Konzernen
sein. Ein solcher Schritt im Gegenzug für Entschädigungen wäre in
Deutschland einmalig. Ziel ist, durch mehr Einfluss auf den
Wohnungsmarkt den zuletzt stetigen Anstieg der Mieten zu
bremsen./mis/stk