ROUNDUP 2: Bundestag beschließt Frühstartrente
(neu: Merz)
BERLIN (dpa-AFX) - Der Bundestag hat die Einführung einer Frühstartrente beschlossen. Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren bekommen künftig pro Monat 10 Euro vom Staat - als Startkapital für die private Altersvorsorge. Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen.
Finanzpolitiker der schwarz-roten Koalition sprachen von einer historischen Entscheidung. Der SPD-Finanzpolitiker Michael Thews sagte, die Frühstartrente werde lange wirken. "Das wird vielen helfen, eine vernünftige Altersvorsorge aufzubauen." Fritz Güntzler, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte: "Diese Koalition funktioniert und wir lassen uns nichts anderes einreden. Wir liefern und das zeigen wir auch heute." Bei der Frühstartrente gehe es auch darum, jungen Menschen die Chancen des Kapitalmarktes aufzuzeigen.
Bundeskanzler Friedrich Merz betonte auf der Plattform X: "Die Zukunft gehört der jungen Generation. Deshalb geben wir Kindern ab 1. Januar ein Startkapital für die private Altersvorsorge." Der CDU-Chef verteidigte zugleich die Anbindung an den Kapitalmarkt. "Wir nutzen die positiven Effekte des Kapitalmarkts - für ein langfristig sicheres Rentensystem", schrieb Merz.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach von einer guten Nachricht für Familien und Kinder in Deutschland. "Wir unterstützen Eltern dabei, schon früh für ihre Kinder vorzusorgen." Zudem werde die finanzielle Bildung gestärkt. "Alle Kinder lernen künftig schon viel früher etwas darüber, wie sie für ihre eigene Zukunft sparen können."
Kritik am Gesetz kam aus der Opposition. So sprach der Grünen-Abgeordnete Stefan Schmidt von einem Zweiklassensystem. Hintergrund ist die Möglichkeit, dass Eltern oder Großeltern die Frühstartrente durch freiwillige Zahlungen aufstocken können. Erlaubt sind Einzahlungen bis zu 6.840 Euro im Jahr. Schmidt sagte, wer in der "Elternlotterie" Glück habe, könne aus der Frühstartrente sehr viel mehr machen als eine kleine Starthilfe für die Altersvorsorge. Auch die Linke-Abgeordnete Sarah Vollath kritisierte, das Gesetz sorge nicht für Chancengleichheit./hoe/DP/nas
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