Wadephul: Schwarzes Meer immer mehr Kriegsschauplatz
Außenminister Johann Wadephul hat angesichts jüngster Angriffe auf zivile Schiffe vor der bulgarischen Schwarzmeerküste verlangt, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten und Moskau keine wirtschaftlichen Geschenke zu machen. "Geschenke bestärken Putin auf seinem Kurs. Nur Härte schafft Gesprächsbereitschaft", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner bulgarischen Amtskollegin Welislawa Petrowa-Tschamowa in Berlin. Den jüngsten Diesel-Deal von US-Präsident Donald Trump mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin erwähnte Wadephul dabei nicht ausdrücklich.
Das Schwarze Meer werde mehr und mehr zum Kriegsschauplatz, warnte der Außenminister nach schweren Angriffen auf zivile Schiffe in der bulgarischen Wirtschaftszone, die letzten beiden erst am Dienstag. "Wir dürfen diese Eskalation, diese Aggression Russlands nicht einfach geschehen lassen." Wadephul ergänzte: "Wir sitzen hier ganz sprichwörtlich im selben Boot. Wir sind alle im Fadenkreuz." Petrowa-Tschamowa sagte, die Sicherheit im Schwarzen Meer sei untrennbar mit der Sicherheit Europas verbunden. Bulgarien arbeite mit seinen Partnern an einem Ende der Angriffe auf Handelsschiffe.
Trump hatte am Wochenende nach einem Telefonat mit Putin eine Vereinbarung zur Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland verkündet. Bei europäischen Verbündeten wie im eigenen Land gab es daran starke Kritik.
Wadephul an Moskau: Getreide-Waffenruhe im Schwarzen Meer
Der Bundesaußenminister sagte nun, zur Verteidigung der europäischen Sicherheit gehöre auch, den wirtschaftlichen Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. Dafür müsse man sich konsequent von russischer Energie unabhängig machen. "Denn wir können Russland nicht wirtschaftlich unter Druck setzen wollen und zugleich in strategischen Abhängigkeiten verharren."
Mit Blick auf die Russland zugeschriebenen Angriffe auf Frachter im Schwarzen Meer appellierte Wadephul an Moskau, einer Waffenruhe insbesondere für Getreidelieferungen zuzustimmen. Wenn Russland diese Attacken fortsetze, geschehe das auf dem Rücken von Menschen im globalen Süden, im Wesentlichen in Afrika. "Diese Menschen sind von Hunger bedroht", sagte er./bk/el/DP/men
AXC0249 2026-10-14/15:56