Aktien Frankfurt: Dax legt zu - Zahlreiche Faktoren geben Auftrieb
Die Anleger zeigen am Mittwoch vorerst
zuversichtlich. Vor den mit Spannung erwarteten Inflationsdaten aus
den USA sowie vor weiteren US-Quartalsberichten stieg der Dax
bis zur Mittagszeit um 0,6 Prozent auf 25.412 Punkte.
Für charttechnisch interessierte Anleger bleibt dennoch die
21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend bei 25.313 Punkten weiter
im Fokus. Zwar hat der deutsche Leitindex diese Trendlinie momentan
wieder überwunden, doch wie nachhaltig dies tatsächlich ist, bleibt
abzuwarten.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann 1,1
Prozent auf 30.360 Punkte.
Unterstützung für die Börsen in ganz Europa kommt aus verschiedenen
Richtungen. In China überraschten starke Ex- und Importdaten sowie
die Entwicklung der Verbraucherpreise positiv. Hinzu kommt eine
allgemeine Erholung im Technologiesektor. In den USA steuern die
technologielastigen Nasdaq-Indizes zugleich auf einen stabilen
Handelsstart zu.
Außerdem will die EU-Kommission angesichts der Energiepreis-Krise
bestimmte Klimaschutzregeln für importierte fossile Brennstoffe erst
später als geplant anwenden. Daraufhin fiel der europäische Gaspreis
im Vergleich zum Vortag deutlich und Aktien energieintensiver
Unternehmen, etwa aus der Chemie- und Rüstungsbranche, legten zu.
Bevor im Tagesverlauf die US-Verbraucherpreise in den Blick rücken,
da sie ein wichtiger Indikator für den weiteren geldpolitischen Kurs
der US-Notenbank sind, legten Techaktien wieder zu. Sie sind
besonders zinssensibel, weil stark finanzierungsabhängig.
Ein wesentlicher Grund der positiven Stimmung für Technologieaktien
war ASML . Der niederländische Chipindustrie-Ausrüster
überzeugte mit einem starken Quartalsbericht und einem geplanten
Kapazitätsausbau. Hierzulande erholten sich Infineon
mit plus 1,7 Prozent und ähnlich stiegen im MDax die Papiere von
Aixtron und Elmos .
Kion gewannen im MDax nach einem kurzen heftigen
Kursrutsch zuletzt 3,0 Prozent. Der vom Unternehmen gesenkte
Jahresausblick und die Verschiebung mittelfristiger Ziele wegen
einer schwachen Stapler-Nachfrage irritierten die Anleger nicht
allzu lange. Kion hatte erst kürzlich eine träge
Geschäftsentwicklung signalisiert. Zudem hat sich der Aktienkurs
2026 bereits fast halbiert.
Viel Bewegung gab es außerdem im Kleinwerte-Index SDax
. Dort gewann die schwer gebeutelte Evotec-Aktie
als Favoritin 7,9 Prozent. Der
Pharmawirkstoff-Entwickler hatte mit seinem vorläufigen
Neunmonatsbericht seine Mitte Juli gesenkten Umsatz- und
Ergebnisziele für das Gesamtjahr bestätigt. Die vorgelegten
wichtigsten Kennzahlen übertrafen dabei die durchschnittlichen
Analystenprognosen.
Der Windparkentwickler PNE kappte indes seine
Jahresergebniserwartung. Dabei hatte er von einem schwierigen Umfeld
und sich verzögernden Verkäufen gesprochen. Anleger straften dies ab
und das Papier sackte mit 17 Prozent Verlust auf ein
Sechsjahrestief.
Im Blick stand zudem der Anteilsschein von Mutares ,
der um 3,5 Prozent stieg. Die Beteiligungsgesellschaft gab
Rekordaufträge und ein beeindruckendes Wachstum der Tochter Nord Gas
Solutions (NGS) bekannt und prüft einen möglichen Börsengang.
Für Procredit ging es um 2,1 Prozent hoch. Die Aktie
der Bankengruppe hat nun den Platz des IT-Dienstleisters Nagarro
im SDax eingenommen, da dieser durch den indischen
Konzern Persistent übernommen wurde./ck/mis