Am Mittwoch ist es an den
europäischen Börsen leicht nach oben gegangen. "Etwas Unterstützung
liefern die besser als erwartet ausgefallenen chinesischen
Handelsdaten und ein geringerer Anstieg der Verbraucherpreise", so
Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Die
grundlegenden Belastungsfaktoren bleiben allerdings bestehen: hohe
Energiepreise und attraktive Staatsanleiherenditen."
Der EuroStoxx 50 stieg am Mittag um 0,68 Prozent auf
6.208,96 Punkte. Außerhalb der Euroregion gewann der Schweizer
Leitindex SMI 0,87 Prozent auf 14.048,04 Punkte. Der
britische FTSE 100 notierte mit einem Plus von 0,39
Prozent auf 10.691,85 Punkten.
Zu den Gewinnern gehörten die Technologiewerte. Die Zahlen von ASML
stützten den Sektor und bescherten Halbleiterwerten
überdurchschnittliche Gewinne. "Der angehobene Ausblick und die
anhaltend hohe Nachfrage nach modernen Chipfertigungsanlagen
bestätigen die Stärke des KI-Investitionsbooms", hieß es vom
Anbieter von Handelsstrategien Index Radar. "Bemerkenswert ist der
langfristige Planungshorizont: ASML rechnet bereits für 2027 und
2028 mit Kapazitätsengpässen, während einige Kunden Lieferungen bis
2030 einplanen." ASML gewannen 1,9 Prozent.
Auch Luxuswerte waren gefragt und erholten sich damit von dem
jüngsten Rücksetzer nach enttäuschenden Zahlen von LVMH
. Wirtschaftsdaten zum wichtigen chinesischen Markt
waren überraschend stark ausgefallen. Nicht nur Chinas Außenhandel
hatte im September die Erwartungen deutlich übertroffen, auch die
Importe hatten mit einem Plus von 31 Prozent die Schätzungen klar
überboten.
Gefragt waren auch Lonza mit einem Aufschlag von 2,4
Prozent. Neue und ambitionierte Finanzziele verliehen den Aktien der
Schweizer Rückenwind. Die vom Pharmazulieferer im Vorfeld eines
Investorentages genannten Ambitionen kamen bei Analysten gut an.
Schwächer tendierten dagegen Banken und Versicherer. Letztere litten
unter den Abgaben von Swiss Re , die um ein Prozent
nachgaben. Die Analysten von Jefferies hatten den Wert auf
"Underperform" abgestuft. Im Bankensektor war Zurückhaltung vor
neuen Zahlen aus den USA angesagt. "Die bisherigen Quartalszahlen
der Banken lagen zwar etwas über den Erwartungen und sorgten für
Kursbewegungen, aber eben nur etwas - für einen kräftigen Schub am
Gesamtmarkt reicht das bislang nicht", merkte Kapitalmarktexperte
Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets an./mf/stk