ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Leichte Verluste - Zahlen und Tech-Schwäche
An den US-Börsen ist der Handel auch am
Dienstag von Zurückhaltung geprägt gewesen. Erneute, teils deutliche
Verluste bei Technologiewerten und durchwachsene Geschäftszahlen von
Unternehmen trübten die Stimmung. Im späten Handel stützten Aussagen
eines Geldpolitikers den Aktienmarkt. Der Präsident der Fed-Bank von
New York, John Williams, hält in diesem Jahr zwar wegen der hohen
Teuerung noch eine weitere Zinserhöhung für angemessen, glaubt
jedoch nicht, dass 2027 eine erneute Anhebung der Zinsen notwendig
sein wird. Unter dem Strich gaben die wichtigsten Indizes leicht
nach.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um
0,31 Prozent auf 30.569,480 Punkte nach unten. Der marktbreite S&P
500 fiel geringfügig auf 7.805,45 Zähler. Der
Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,35 Prozent
auf 51.670,10 Punkte.
Am Tag der großen Banken schlug sich Goldman Sachs an
der Börse noch vergleichsweise gut. Das Investmenthaus hatte im
vergangenen Quartal im Aktienhandel deutlich besser abgeschnitten
als erwartet. Damit gaben die Papiere nur leicht nach.
Die Titel von JPMorgan fielen um 0,9 Prozent. Der
Gewinn je Aktie sei zwar hinter der Markterwartung zurückgeblieben,
schrieb Analyst Gerard Cassidy von der kanadischen Bank RBC. Im
Detail aber lobte der Experte das Zahlenwerk. So seien die
Nettozinserträge höher ausgefallen als erwartet und die
Rückstellungen niedriger als angenommen.
Für die Anteilscheine von Citigroup ging es um 5,6
Prozent nach unten. Die Analysten von Evercore ISI schrieben, die
positive Dynamik habe sich zwar im dritten Quartal fortgesetzt, doch
Anleger könnten das unveränderte Ziel für die Rentabilität in Frage
stellen.
Die Anleger von Wells Fargo mussten ein Minus von 3,1
Prozent verkraften. Anders als JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte
Wells-Fargo-Chef Charlie Scharf seine Erwartungen an den
Zinsüberschuss in diesem Jahr nicht nach oben geschraubt.
Derweil hatten die Aktien von Visa im Handelsverlauf
ein Rekordhoch erreicht und schlossen 1,7 Prozent im Plus. Das
Finanzdienstleistungsunternehmen hatte die Genehmigung erhalten, in
China mit den Vorbereitungen für den Aufbau eines inländischen
Bankkarten-Clearinggeschäfts zu beginnen. Analysten werteten dies
als positive Entwicklung, wiesen jedoch auf den langwierigen
Genehmigungsprozess hin.
Außerhalb des Finanzsektors kamen die Geschäftszahlen von Johnson &
Johnson schlecht an, die Titel sackten am Dow-Ende um
5,7 Prozent ab. Als Belastung verwiesen Börsianer auf
Rückstellungen, nachdem der Medizin- und Pharmakonzern im
jahrelangen Rechtsstreit um angeblich krebserregende, auf dem
Schichtsilikat Talk basierende Produkte einem milliardenschweren
Vergleich zugestimmt hatte.
Unter den Technologiewerten sorgten sich Anleger um Konkurrenz aus
China. Einem Zeitungsbericht zufolge macht Chinas
Speicherchip-Hersteller CXMT große technologische Fortschritte. Das
hatte bereits in Asien und Europa auf der Chip-Branche gelastet. In
New York büßten etwa die Aktien von Micron 3,6
Prozent ein.
Als Schlusslicht im Nasdaq 100 knickten die Anteilscheine von
Applied Materials um 6,7 Prozent ein. Der Hersteller
von Halbleiterausrüstung hatte auf seinem Investorentag eine
Prognose abgegeben, die nur wenige konkrete Angaben enthielt. Obwohl
sich das Unternehmen hinsichtlich der Ausgaben für
Waferfabrikausrüstung - dem wichtigsten Umsatztreiber für Applied
Materials und seine Mitbewerber - optimistisch zeigte, teilte es
mit, dass eine Reihe von Faktoren die Abgabe eines Ausblicks
erschwere./la/he