Aktien New York: Leichte Verluste - Durchwachsene Zahlen und schwache Techwerte
An den US-Börsen ist der Handel auch am
Dienstag von Zurückhaltung geprägt. Erneute, teils deutliche
Verluste bei Technologiewerten und durchwachsene Geschäftszahlen von
Unternehmen trübten die Stimmung, sodass die wichtigsten
Aktienindizes leicht nachgaben.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,5
Prozent auf 30.515 Punkte nach unten. Der marktbreite S&P 500
gab um 0,1 Prozent auf 7.801 Zähler nach. Der
Leitindex Dow Jones Industrial fiel um 0,4 Prozent
auf 51.644 Punkte.
Am Tag der großen Banken schlug sich Goldman Sachs an
der Börse noch am besten. Das Investmenthaus hatte im vergangenen
Quartal im Aktienhandel deutlich besser abgeschnitten als erwartet.
Das verhalf den Papieren zu einem moderaten Plus.
Die Titel von JPMorgan bewegten sich zuletzt kaum vom
Fleck. Der Gewinn je Aktie sei zwar hinter der Markterwartung
zurückgeblieben, schrieb Analyst Gerard Cassidy von der kanadischen
Bank RBC. Im Detail aber lobte der Experte das Zahlenwerk. So seien
die Nettozinserträge höher ausgefallen als erwartet und die
Rückstellungen niedriger als angenommen.
Für die Anteilscheine von Citigroup ging es um fast
vier Prozent nach unten. Die Analysten von Evercore ISI schrieben,
die positive Dynamik habe sich zwar im dritten Quartal fortgesetzt,
doch Anleger könnten das unveränderte Ziel für die Rentabilität in
Frage stellen.
Die Anleger von Wells Fargo mussten ein Minus von
zwei Prozent verkraften. Anders als JPMorgan-Chef Jamie Dimon
schraubte Wells-Fargo-Chef Charlie Scharf seine Erwartungen an den
Zinsüberschuss in diesem Jahr nicht nach oben.
Außerhalb des Bankensektors kamen die Geschäftszahlen von Johnson &
Johnson schlecht an, die Titel sackten am Dow-Ende um
sechs Prozent ab. Als Belastung verwiesen Börsianer auf
Rückstellungen, nachdem der Medizin- und Pharmakonzern im
jahrelangen Rechtsstreit um angeblich krebserregende, auf dem
Schichtsilikat Talk basierende Produkte einem milliardenschweren
Vergleich zugestimmt hatte.
Unter den Technologiewerten sorgten sich Anleger um Konkurrenz aus
China. Einem Zeitungsbericht zufolge macht Chinas
Speicherchip-Hersteller CXMT große technologische Fortschritte. Das
hatte bereits in Asien und Europa auf der Chip-Branche gelastet. In
New York büßten die Aktien von Seagate , Sandisk
und Micron bis zu 5,3 Prozent ein.
Als Schlusslicht im Nasdaq 100 sackten die Anteilscheine von Applied
Materials um fast acht Prozent ab. Der Hersteller von
Halbleiterausrüstung hatte auf seinem Investorentag eine Prognose
abgegeben, die nur wenige konkrete Angaben enthielt. Obwohl sich das
Unternehmen hinsichtlich der Ausgaben für Waferfabrikausrüstung -
dem wichtigsten Umsatztreiber für Applied Materials und seine
Mitbewerber - optimistisch zeigte, teilte es mit, dass eine Reihe
von Faktoren die Abgabe eines Ausblicks erschwere./la/he