Am Dienstag ist es an den
europäischen Börsen zögerlich nach oben gegangen. "Während
Technologieaktien weiter unter Gewinnmitnahmen leiden, halten sich
die klassischen Industrie- und Standardwerte deutlich besser",
beschrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets
das Handelsgeschehen. "Die bisherigen Zugpferde bremsen, während die
lange im Schatten stehenden Branchen dem Markt Halt geben." Vor den
anstehenden Zahlen großer US-Banken herrschte allerdings
Zurückhaltung.
Der EuroStoxx 50 stieg am Mittag um 0,18 Prozent auf
6.212,22 Punkte. Außerhalb der Euroregion gewann der Schweizer
Leitindex SMI 1,26 Prozent auf 14.052,92 Punkte und
profitierte damit von den Zuwächsen der defensiven Schwergewichte.
Der britische FTSE 100 notierte mit einem Plus von
0,78 Prozent auf 10.738,95 Punkten nicht ganz so stark.
Stärkster Sektor waren die Chemiewerte. Aktien von Givaudan
setzten mit einem Anstieg von 7,7 Prozent Akzente.
Der Wert profitierte damit von den jüngsten Quartalszahlen. Die
Analysten der ZKB sprachen von einer "eindrücklichen
Wachstumsbeschleunigung".
Ansonsten waren defensive Werte aus den Bereichen Nahrungsmittel und
Pharma gefragt. Astrazeneca legten nach einer
doppelten Hochstufung durch Nordea um 2,3 Prozent zu. Roche
hat mit dem US-Biotechunternehmen Rona Therapeutics
eine Lizenzvereinbarung unterzeichnet. Dabei geht es um einen
experimentellen RNAi-Wirkstoff gegen den Rezeptor ALK7. Dieser kommt
vor allem im Fettgewebe vor und spielt eine wichtige Rolle bei der
Speicherung und dem Abbau von Fett sowie bei der Regulierung des
Energiestoffwechsels. Die Aktie gewann 1,4 Prozent.
Am Ende des Feldes lagen dagegen die Technologiewerte und hier
besonders die Halbleiteraktien. Sie litten unter schwachen Vorgaben
aus den USA und Asien. Medienberichte hatten Sorgen vor verstärkter
chinesischer Konkurrenz im Bereich der Künstlichen Intelligenz
geschürt. Luxuswerte gaben ebenfalls stärker nach. Sie folgten damit
den enttäuschenden Zahlen von LVMH , deren Aktien um
2,2 Prozent sanken und damit nach einer annähernden Kurshalbierung
seit Jahresbeginn weiter schwächelten./mf/men