ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax erholt sich weiter
Der Dax hat zum Wochenstart an
seine Gewinne vom Freitag angeknüpft. Der deutsche Leitindex stieg
am Montag letztlich um 0,76 Prozent auf 25.277,68 Punkte. Damit
setzte er sich zwar noch etwas weiter von der in der Vorwoche
mehrfach unterschrittenen 25.000-Punkte-Marke ab, die derzeit
abwärtsgerichtete 21-Tage-Linie als Indikator für den kurzfristigen
Trend blieb aber zunächst eine zu hohe Hürde. Der MDax
legte zu Wochenbeginn 0,38 Prozent auf 30.104,33
Zähler zu.
Aus Sicht von Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets
steht die jüngste Entspannung am Aktienmarkt auf wackligen Beinen.
Er verwies unter anderem auf Sorgen um die Finanzierung der großen
Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI), die hohen
Staatsanleiherenditen und die teure Energie. Die Ölpreise legten
nach zwischenzeitlichen Verlusten im Tagesverlauf wieder zu. Bei den
Anlegern kam aber gut an, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz für
eine Senkung der Stromsteuer aussprach.
Timo Emden, Marktanalyst bei CapTrader, sieht im Auf und Ab an der
Börse ein fortgesetztes "Kräftemessen zwischen Bullen und Bären".
Die startende Berichtssaison könnte unterdessen "kurzfristig wieder
zum wichtigsten Taktgeber für die Aktienmärkte werden und schwelende
Risikofaktoren kaschieren". Am Dienstag eröffnen einige
US-Großbanken den Zahlenreigen fürs dritte Quartal.
An der Wall Street stieg der Dow Jones Industrial zum
europäischen Handelsschluss rund ein halbes Prozent. An den
US-Börsen fallen die Handelsumsätze wegen des "Columbus Day"
geringer aus als sonst, der US-Anleihemarkt ist am Feiertag sogar
geschlossen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
gewann am Montag 0,45 Prozent auf 6.201,21 Punkte. Außerhalb des
Euroraums legten der Schweizer SMI und der britische
FTSE 100 ebenfalls zu.
Unter den deutschen Einzelwerten fielen am Montag Rüstungsaktien mit
Kursgewinnen auf. Rheinmetall-Aktien legten an der
Dax-Spitze um 2,5 Prozent zu. Renk , TKMS
und Hensoldt stiegen im MDax zwischen
1,9 und 5,8 Prozent. Morgan Stanley äußerte sich optimistischer zu
den Branchenaussichten. Die US-Bank hält eine Rally im Sektor zum
Jahresende für gut möglich - und auch, dass das Vertrauen der
Anleger in die Umsetzung der Ziele für 2027 gestärkt werden dürfte.
Im MDax waren außerdem auch die Aktien von Nordex
gefragt und stiegen um 3,9 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer
erhielt im dritten Quartal deutlich mehr Bestellungen als im Jahr
zuvor. "Es lagen zwar keine Konsensschätzungen vor, doch der Anstieg
erscheint massiv, auch wenn entsprechende Hinweise bereits in den
Meldungen zum Auftragseingang der vergangenen Monate enthalten
waren", sagte ein Händler.
Fortschritte beim Personalabbau trieben die Aktien von Schaeffler
um 1,2 Prozent an. Der Auto- und Industriezulieferer
hatte nach eigenen Angaben bereits bis Ende September einen Großteil
der abzubauenden Stellen streichen können. Damit soll der
Stellenabbau früher als geplant abgeschlossen sein, obendrein dürfte
die Kostensenkung im Anschluss höher ausfallen als gedacht.
Schaeffler konnte zudem Rückstellungen auflösen.
Goldman Sachs stufte die Aktie des Immobilienunternehmens Aroundtown
auf "Sell" ab, was das Papier mit minus 5,7 Prozent
an das MDax-Ende drückte. Wegen höherer Finanzierungskosten
prognostizierte die US-Bank sinkende Ergebnisse je Aktie von 2026
bis 2028.
Flatexdegiro-Aktien gaben um 1,9 Prozent nach. Hier
belastete, dass Deutsche Bank Research ihre "Buy"-Einstufung
gestrichen hat. Das Kundenwachstum des Online-Brokers schwäche sich
ab, während sich zugleich die Handelsaktivitäten der Nutzer
normalisierten. Zunehmender Wettbewerb drohe zudem die Kosten für
die Gewinnung neuer Kunden nach oben zu treiben, hieß es.
Außerhalb von Dax, MDax und SDax legten die Papiere
von Procredit um 1,2 Prozent zu. Angesichts der
inzwischen fast vollständig erfolgten Übernahme des
IT-Dienstleisters Nagarro durch den indischen Konzern
Persistent nimmt die Bankengruppe am Mittwoch im
Kleinwerte-Index den Platz von Nagarro ein./niw/nas