Der Dax hat zum Wochenstart an
seine Gewinne vom Freitag angeknüpft. Bis zum Nachmittag ging es
trotz wieder steigender Ölpreise beständig weiter hoch. Der Stimmung
helfen dürfte, dass der Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz
sich für eine Senkung der Stromsteuer ausgesprochen hat.
Zugleich wies Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets
darauf hin, dass an diesem Tag in den USA "Columbus Day" ist. Die
US-Börsen werden zwar öffnen, während der US-Anleihemarkt
geschlossen bleibt, doch die Handelsumsätze dürften wegen des
Feiertags geringer ausfallen, was Auswirkungen auch auf den
deutschen Aktienmarkt habe.
Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,8 Prozent auf 25.295
Punkte zu und setzte sich damit noch etwas weiter nach oben von der
25.000-Punkte-Marke ab. Diese hatte er in der vergangenen Woche
mehrfach unterschritten, am Freitag dann aber darüber geschlossen.
Nun nähert sich der Dax dem Bereich um 25.320 Punkte, die eine erste
Hürde für eine weitere Erholung darstellt. Denn dort verläuft
aktuell die derzeit abwärts gerichtete 21-Tage-Linie, die den
kurzfristigen Trend signalisiert.
Der MDax stieg am Nachmittag um 0,6 Prozent auf
30.170 Punkte.
Timo Emden, Marktanalyst bei CapTrader, sieht im Auf und Ab an der
Börse ein fortgesetztes "Kräftemessen zwischen Bullen und Bären".
Die startende Berichtssaison könnte unterdessen "kurzfristig wieder
zum wichtigsten Taktgeber für die Aktienmärkte werden und schwelende
Risikofaktoren kaschieren".
Unter den Einzelwerten fielen am Montag Rüstungsaktien mit
Kursgewinnen auf. Rheinmetall legten an der
Dax-Spitze um 2,7 Prozent zu. Renk stiegen im MDax um
1,9 Prozent, TKMS um 3,2 Prozent und Hensoldt
um 6,0 Prozent. Morgan Stanley äußerte sich
optimistischer zu den Branchenaussichten. Die US-Bank hält eine
Rally im Sektor zum Jahresende für gut möglich und auch, dass das
Vertrauen der Anleger in die Umsetzung der Ziele für 2027 gestärkt
werden dürfte.
Im MDax waren außerdem auch die Aktien von Nordex
gefragt und stiegen um 2,7 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer
erhielt im dritten Quartal deutlich mehr Bestellungen als im Jahr
zuvor. "Es lagen zwar keine Konsensschätzungen vor, doch der Anstieg
erscheint massiv, auch wenn entsprechende Hinweise bereits in den
Meldungen zum Auftragseingang der vergangenen Monate enthalten
waren", sagte ein Händler.
Dass Goldman Sachs die Aktie des Immobilienunternehmens Aroundtown
auf "Sell" abgestuft hat, drückte diese Aktie mit
minus 4,3 Prozent an das Index-Ende. Wegen höherer
Finanzierungskosten prognostizierte die US-Bank sinkende Ergebnisse
je Aktie von 2026 bis 2028.
Flatexdegiro -Aktien gaben um 1,1 Prozent nach. Hier
belastete, dass die Deutsche Bank Research ihre "Buy"-Einstufung
gestrichen hat. Das Kundenwachstum des Online-Brokers schwäche sich
ab,während sich zugleich die Handelsaktivitäten der Nutzer
normalisierten. Zunehmender Wettbewerb drohe außerdem die Kosten für
die Gewinnung neuer Kunden nach oben zu treiben, hieß es.
Außerhalb von Dax, MDax und SDax legten die Papiere
von Procredit um 1,1 Prozent zu. Angesichts der
inzwischen fast vollständig erfolgten Übernahme des
IT-Dienstleisters Nagarro durch den indischen Konzern
Persistent nimmt die Bankengruppe am Mittwoch im
Kleinwerte-Index den Platz von Nagarro ein./ck/nas