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Wiener Börse (Mittag) - ATX mit plus 0,08 Prozent gut behauptet / Freundliches europäisches Umfeld - Stabilisierungsversuch nach jüngsten Abschlägen - OMV nach Trading Update klar im Minus

Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Freitag zu Mittag mit gut behaupteter Tendenz gezeigt. Nach freundlichem Start musste der heimische Leitindex ATX seine Zugewinne großteils wieder abgeben und lag gegen 12.00 Uhr noch um 0,08 Prozent höher bei 6.565,56 Zählern. Der breiter gefasste ATX Prime zeigte sich 0,13 Prozent befestigt bei 3.223,25 Punkten.

Das europäische Börsenumfeld tendierte einheitlich klar fester und zeigte sich damit etwas von den jüngsten Kursverlusten erholt. Marktbeobachter sprachen von einem Stabilisierungsversuch und verwiesen auf eine Entspannung an den Anleihenmärkten. Zudem ließ der Preisdruck am Ölmarkt etwas nach - hier beruhigte ein Dementi von US-Präsident Donald Trump zu Medienberichten zu neuen US-Angriffen gegen den Iran.

Datenseitig richtet sich der Fokus zu Wochenschluss am Nachmittag auf das Michigan Sentiment. Es ist ein wichtiger Frühindikator, der die Stimmung der US-Verbraucher misst.

Unter den Einzelwerten rückten die Aktien der OMV mit minus 3,5 Prozent in den Fokus. Staatlich verordnete "Solidaritätsbeiträge" in Österreich und Rumänien belasten das Ergebnis des teilstaatlichen Öl-, Gas- und Chemiekonzerns OMV im dritten Quartal 2026 voraussichtlich mit 150 Mio. bis 200 Mio. Euro. Wie das Unternehmen am Freitag im Trading Update mitteilte, schlagen die Abgaben als Sondereffekt auf den ausgewiesenen Periodenüberschuss durch. Operativ profitierte der Konzern von einer spürbar gestiegenen europäischen Raffinerie-Referenzmarge.

Das Trading Statement deutet auf ein starkes drittes Quartal im Bereich Kraftstoffe hin, schrieben die Experten der Erste Group in einem Kommentar. Auch die Energieproduktion übertraf die Erwartungen, obwohl das Ausbleiben von Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten zu einer Ergebnisbelastung von 100 Mio. Euro führt. Der Bereich Chemie dürfte sich hingegen als Schwachstelle erweisen, so die Erste Group-Experten weiter.

Klar schwächer tendierten auch AT&S mit einem Abschlag von 3,8 Prozent. Hingegen zogen voestalpine um 5,2 Prozent auf 44,56 Euro an. Die Analysten der UBS haben die Anlageempfehlung für die Aktien des Stahlkonzerns von "Neutral" auf "Buy" angehoben. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 49,00 Euro auf 64,00 Euro je Anteilsschein erhöht.

Die Analysten von Berenberg haben ihr Kursziel für Wienerberger von 25,0 auf 19,0 Euro gesenkt, die Kaufempfehlung "Buy" wurde bestätigt. Aktien des Baustoffkonzerns gewannen 3,3 Prozent auf 15,86 Euro.

Der Baukonzern Porr hat am Donnerstag einen Aktienrückkauf um bis zu 15 Mio. Euro beschlossen. Höchstens 392.782 Aktien bzw. 1 Prozent des Grundkapitals will das Unternehmen erwerben - zu einem Preis zwischen 1,0 Euro und "maximal 10 Prozent über dem durchschnittlichen, ungewichteten Börsenschlusskurs der dem Aktienrückerwerb vorhergehenden zehn Börsetage", teilte Porr mit. Porr-Aktien gaben um 2,4 Prozent nach.

ger/rst

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