Verband rechnet mit stärker steigenden Ausfuhren
Die deutschen Unternehmen werden nach Einschätzung des Außenhandelsverbandes BGA trotz der turbulenten geopolitischen Lage in diesem Jahr mehr Waren ins Ausland verkaufen als 2025. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) rechnet für 2026 mit einem Exportvolumen von rund 1.580 Milliarden Euro, wie Verbandspräsident Dirk Jandura mitteilte. Das wäre 1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der BGA hebt damit seine Prognose leicht an. Bisher ging der Verband von einem Exportwachstum von lediglich 0,6 Prozent aus.
Im ersten Halbjahr exportierte die deutsche Wirtschaft laut BGA Waren im Wert von rund 817,8 Milliarden Euro, knapp 4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Von einer nachhaltigen Entspannung sei die Außenwirtschaft allerdings deutlich entfernt. Der Zuwachs beruhe teilweise auf höheren Preisen und nicht ausschließlich auf einem größeren Absatzvolumen, betonte Jandura.
Einfuhren steigen stärker
Zugleich steigen die Importe dem Verband zufolge stärker als die Ausfuhren. Der BGA rechnet für 2026 mit einem Exportüberschuss von 177 Milliarden Euro, nach rund 200 Milliarden Euro im Vorjahr.
Zudem habe der Außenhandel einiges aufzuholen, sagte BGA-Präsident Jandura. "Nach den schwachen vergangenen Jahren bedeutet ein Plus noch lange nicht, dass wir wieder dort sind, wo wir vor Corona und den folgenden Krisen einmal waren."
Insbesondere der Außenhandel mit den USA und China gestaltet sich dem BGA zufolge schwierig. Die Exporte in die Vereinigten Staaten seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 6,1 Prozent zurückgegangen. Im Juli legten sie zwar deutlich um rund 19 Prozent zu. Eine stabile Aufwärtsbewegung sei das aber nicht. "Das ist ein Außenhandel, der sich in einem extrem volatilen Umfeld behaupten muss", betonte der Präsident.
Immer mehr Importe aus China
Nach Fernost seien die Ausfuhren in den ersten sechs Monaten um 13,5 Prozent gesunken. Gleichzeitig stiegen die Importe aus China laut BGA-Daten um 8,8 Prozent.
Angesichts der Unsicherheiten mit Blick auf die beiden wichtigen Absatzmärkte müsse Deutschland neue Märkte und verlässlichere Handelspartner suchen. Jandura sprach sich für eine neue Handelsallianz aus mit Staaten, die weiter auf freien, offenen und regelbasierten Handel setzten. "Die Europäische Union und die Staaten des transpazifischen CPTPP könnten den Kern einer solchen Handelsallianz bilden. Weitere gleichgesinnte Partner könnten hinzukommen." Dem Freihandelsabkommen CPTPP gehören zwölf Länder an - unter anderen Australien, Japan, Kanada, Großbritannien, Mexiko, Peru und Singapur./maa/DP/stk
AXC0095 2026-10-07/10:59