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Österreichische Staatsanleihen mehrheitlich mit Verlusten / Zehnjährige Rendite auf höchsten Stand seit 2011 - OeBFA stockt zwei Bundesanleihen auf

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Dienstagnachmittag großteils mit Kursverlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe lag praktisch unverändert zum Vortag bei 3,74 Prozent, nachdem sie zuletzt den höchsten Stand seit 2011 erreicht hat. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 27 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future fiel um 0,22 Prozent auf 120,72 Punkte.

Seit der Zinswende der Notenbanken im Jahr 2022 müssen Staaten wieder deutlich mehr Zinsen für ihre Neuverschuldung zahlen. Die Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) hat am Dienstag für die Republik Österreich zwei Bundesanleihen aufgestockt und 1,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt kompetitiv eingesammelt.

Bei der nun aufgestockten Bundesanleihe (Laufzeit 2025-2032) betrug die akzeptierte Durchschnittsrendite 3,413 Prozent und bei der Bundesanleihe (2012-2062) 4,027 Prozent. "Im aktuell vorherrschenden, sehr volatilen Marktumfeld performen die österreichischen Staatsanleihen weiterhin relativ gut aufgrund ihres 'Safe Haven'-Status", so OeBFA-Geschäftsführer Markus Stix gegenüber der APA. Der Zinsabstand zu deutschen Bundesanleihen sei "stabil geblieben".

Frankreich sorgt für Entspannung

An den europäischen Anleihemärkten ist derzeit eine gewisse Entspannung zu spüren. Besonders deutlich war die Entspannung in Frankreich. Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, Vorsitzende des "Rassemblement National", schlug in einem Haushaltsplan vor, das Staatsdefizit bis 2032 unter drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu senken. Sie gilt derzeit als Favoritin für die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Dies sorgte für etwas Beruhigung am Anleihemarkt.

Dass der Auftragseingang in der deutschen Industrie im August überraschend deutlich eingebrochen war, trübte die Stimmung nicht. Der zweistellige Rückgang im Monatsvergleich geht vor allem auf den Einbruch bei Rüstungs-Großaufträgen zurück. Bereinigt um den Wert von Großbestellungen lag der Auftragseingang fast auf dem Niveau des Vormonats.

In Österreich warnt der scheidende Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA), Helmut Ettl, in Anbetracht der vielfältigen wirtschaftlichen Krisen vor zu starker Deregulierung der Finanzbranche. "Bei Deregulierung müssen wir wirklich aufpassen", sagte Ettl am Dienstag bei der 18. FMA-Aufsichtskonferenz in Wien. "Es bauen sich viele Themen am Finanzmarkt auf. Jetzt Schutzdämme einzureißen wäre das falsche Zeichen", so der FMA-Vorstand.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     3,09   3,00        0,09                       -1
5 Jahre     3,40   3,34        0,06                       16
10 Jahre    3,74   3,75       -0,01                       27
30 Jahre    4,10   4,09        0,01                       24

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