Wiener Börse (Mittag) - Leitindex ATX gewinnt ein Prozent / Gute internationale Vorgaben und entspannter Anleihenmarkt helfen - AT&S einmal mehr der Top-Gewinner
Der Wiener Aktienmarkt hat sich Dienstagmittag mit Gewinnen gezeigt. Der heimische Leitindex ATX notierte mit plus 1,12 Prozent bei 6.821,38 Punkten. Der ATX Prime gewann 1,03 Prozent auf 3.342,91 Zähler. Das europäische Umfeld fand sich ebenfalls im Gewinnbereich. Die Aktienmärkte werden von guten US- und asiatischen Vorgaben gestützt. Zudem entspannt sich der europäische Anleihenmarkt,
Dass der Auftragseingang in der deutschen Industrie im August überraschend deutlich eingebrochen war, trübte die Stimmung nicht. Denn der zweistellige Rückgang im Monatsvergleich geht vor allem auf den Einbruch bei Rüstungs-Großaufträgen zurück. Bereinigt um den Wert von Großbestellungen lag der Auftragseingang fast auf dem Niveau des Vormonats.
In Österreich warnt der scheidende Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA), Helmut Ettl, in Anbetracht der vielfältigen wirtschaftlichen Krisen vor zu starker Deregulierung der Finanzbranche. "Bei Deregulierung müssen wir wirklich aufpassen", sagte Ettl am Dienstag bei der 18. FMA-Aufsichtskonferenz in Wien. "Es bauen sich viele Themen am Finanzmarkt auf. Jetzt Schutzdämme einzureißen wäre das falsche Zeichen", so der FMA-Vorstand.
Stabilität im Finanzsektor und die ausreichende Kapitalisierung der Finanzinstitute - eine grundlegende Säule in der Regulierung des Sektors - seien wichtige Voraussetzungen dafür, dass auch der Kreditmarkt weiter reibungslos funktioniere, so Ettl.
Die kanadische Bank RBC hat heute die Anteilscheine des Ölkonzerns OMV von "Underperform" auf "Sector Perform" gesetzt und das Kursziel von 65,00 auf 70,00 Euro erhöht. Laut RBC hat sich die Kursentwicklung der OMV in diesem Jahr trotz des Drucks durch das Engagement im Nahen Osten als widerstandsfähig erwiesen. Eine vorübergehende Entspannung im durch Überangebot geprägten Abschwung der Chemiebranche habe die Stimmung gestützt. OMV lagen heute mit plus 0,35 Prozent auf 71,30 Euro und entzogen sich dem europäischen Branchentrend. Der Sektor Oil&Gas ist die einzige Branche, die heute in Europa ein Minus verbucht.
Der Baustoffkonzern Wienerberger senkt wegen der schleppenden Baukonjunktur erneut seine Ergebnisprognose. Im dritten Quartal sei der saisonale Aufschwung der Bautätigkeit nach der Sommerpause im September weniger ausgeprägt ausgefallen als erwartet, teilte der Ziegelhersteller am Dienstag mit. Wienerberger lagen bei minus 0,8 Prozent. Mit Porr lag ein weiterer Bauwert am Ende des ATX. Porr verloren 1,6 Prozent. Die Strabag gab als weiterer Bauwert 0,2 Prozent ab.
Der Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom wiederum hat in den USA einen Mautauftrag im Wert von 32 Mio. US-Dollar (28,6 Mio. Euro) erhalten. Das Unternehmen übernimmt Planung, Bau, Wartung und Betrieb für die Verlängerung des Triangle Expressway im US-Bundesstaat North Carolina um 16 Kilometer, wie Kapsch am Dienstag mitteilte. Kapsch TrafficCom verloren bisher im ATX Prime 1,5 Prozent.
Der steirische Anlagenbauer Andritz peilt bis 2029 einen Umsatz von 10 Milliarden Euro und eine operative Rendite von 10 Prozent an. Die neuen mittelfristigen Finanzziele gab das Unternehmen am Dienstag auf seinem Kapitalmarkttag bekannt. "Wir blicken positiv in die Zukunft und sind gut positioniert", sagte Vorstandschef Joachim Schönbeck. Die Andritz-Papiere legten bis jetzt 2,7 Prozent zu.
Von den guten Techvorgaben aus Asien und den USA profitierend waren wieder einmal AT&S mit plus 3,5 Prozent an der ATX-Spitze zu finden.
Auch die Bankenwerte performten gut. Erste Group gewannen 1,3 Prozent, Raiffeisen Bank International (RBI) 0,8 Prozent und BAWAG 0,3 Prozent.
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