ROUNDUP: Wadephul warnt wegen Klimawandels vor neuer Migration
Außenminister Johann Wadephul warnt angesichts der Auswirkungen des Klimawandels vor einer sich verändernden Sicherheitsstruktur und neuen Migrationsbewegungen. "Gerade in fragilen Staaten verstärkt der Klimawandel Not und Hunger - und kann so auch zum Nährboden für Extremismus und Terrorismus werden oder zu Migrationswellen führen", sagte der CDU-Politiker zum Start einer Klima- und Sicherheitskonferenz in Berlin.
In seiner Rede während der Konferenz verwies Wadephul auf konkrete Folgen des Klimawandels. Im Sudan verschärfe ausbleibender Regen die Dürre, zugleich sänken die Wasserstände des Nils. Am Panamakanal führe das Wetterphänomen El Niño zu weniger Schiffsdurchfahrten und Beschränkungen beim Tiefgang. Das könne weltweit Lieferketten belasten und Wartezeiten und Kosten erhöhen.
Wadephul warnte jedoch davor, die Klimafolgen isoliert zu betrachten. "Überall dort, wo Krieg und Krisen herrschen, verschärft der Klimawandel die Lage zusätzlich", sagte er. Akteure könnten versuchen, die Auswirkungen des Klimawandels "als Waffe" einzusetzen. Gut gemachter Klimaschutz trage indes zu Sicherheit bei, indem er Staaten resilienter mache.
Wetterphänomen El Niño besonders stark
Meteorologen erwarten, dass die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño aktuell besonders stark ausfallen und bis zum Februar kommenden Jahres andauern könnten. El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das auch die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen erhöht.
Mit Blick auf die Debatte um einen möglichen "Super-El Niño" sagte Wadephul, Krisen brauchten keinen besonderen Namen, um Anlass zur Sorge zu geben. "Schon ohne Superlative sehen wir, wie zunehmend extreme Wetterbedingungen viele Krisen und Konflikte weltweit verschärfen und vertiefen."
Wadephul: Dezentrale Energiequellen Lebensversicherung
Wenn Russland in diesem Winter erneut gezielt die Energieinfrastruktur der Ukraine angreife, könnten dezentrale, erneuerbare Energiequellen zur Lebensversicherung werden, sagte Wadephul zum Start der Konferenz. Sie seien schwieriger zu zerstören und nicht vom Import fossiler Energieträger abhängig.
Die Konferenz bringt rund 250 internationale Akteure aus den Bereichen Klima, Frieden und Sicherheit zusammen - darunter Vertreterinnen und Vertreter besonders betroffener Länder, der Vereinten Nationen, Europäischen Union, anderer internationaler Organisationen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft./bk/DP/mis
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