ROUNDUP: Mehrfach Drohnenalarm in Kiew bei Merz-Besuch
In Kiew haben nach der Ankunft von Kanzler Friedrich Merz (CDU) russische Angriffe auf die Hauptstadt mehrfach Drohnenalarm ausgelöst. In Kiew heulten die Sirenen, während Merz sein Besuchsprogramm absolvierte. Bürgermeister Vitali Klitschko informierte am Morgen bei Telegram über einen Einschlag auf der Nordbrücke der ukrainischen Hauptstadt, die gut vier Kilometer vom Bahnhof und Innenstadt-Kern entfernt ist.
Klitschko hatte bereits am frühen Morgen von einem Drohnenalarm berichtet. Trümmer eines abgeschossenen Flugobjekts seien auf das Dach eines Wohnhauses gefallen. Danach gab es immer wieder neuen Alarm.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Merz für seinen abermaligen Besuch und lobte, dass Deutschland "konsequent Führungsstärke beim Schutz der Leben der Ukrainer und Ukrainerinnen vor russischen Angriffen beweist". Es würden mit der Bundesregierung weitere Maßnahmen zur Verteidigung der Ukraine und Europas vorbereitet. "Es werden wichtige Vereinbarungen zwischen der Ukraine und Deutschland getroffen werden. Russland muss gemeinsam gestoppt werden", teilte Selenskyj bei Telegram mit.
Auch andere Teile der Ukraine lösten Luftalarm wegen russischer Angriffe aus. In der Region Sumy im Nordosten der Ukraine meldeten die Behörden fünf Verletzte nach einer Attacke mit einer russischen Gleitbombe. Sie sei in ein Wohnhaus eingeschlagen. Auch ein Lager für medizinische Präparate sei getroffen worden, sagte Selenskyj. "Leider kam dabei eine Person ums Leben." In Dnipro sei ein Telekommunikationsunternehmen getroffen worden. Es habe sechs Verletzte gegeben.
Selenskyj wirft Russland Terror gegen zivile Infrastruktur vor
Russland griff nach ukrainischen Angaben mit 135 Drohnen an. "Und zu den Hauptzielen dieser Terroristen gehören wie immer gewöhnliche Wohnhäuser, kritische Infrastruktur - alles, was das normale Alltagsleben ausmacht", sagte Selenskyj. Es sei auch zu Stromausfällen gekommen. Allein in der vergangenen Woche habe Russland über 1.900 Angriffsdrohnen, 1.700 Gleitbomben und 25 Raketen eingesetzt.
Kanzler Merz war am Morgen mit dem Zug in Kiew eingetroffen. Zuvor hatte das russische Außenministerium Europäer vor Reisen und Aufenthalten in der Ukraine gewarnt. Der Bundeskanzler will bei dem Solidaritätsbesuch dem von Russland angegriffenen Land Deutschlands weitere Unterstützung zusichern - unter anderem mit Drohnen zur Abwehr der immer schnelleren russischen Flugobjekte.
Deutschland ist größter Unterstützer der Ukraine in ihrem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Die Ukraine griff ihrerseits nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau mit Hunderten Drohnen russischen Ziele an./mau/DP/zb
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