Österreichische Staatsanleihen im Späthandel deutlich höher / Zehnjährige Rendite fällt um 11 Basispunkte
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Freitagnachmittag mit deutlichen Gewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe fiel im Gegenzug um 11 Basispunkte auf 3,69 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 25 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,39 Prozent auf 121,26 Punkte.
Zuletzt waren die Staatspapiere aus einigen der Euroländer, insbesondere aus Frankreich und Italien, unter Druck gekommen. Dagegen hatten sich österreichische bzw. deutsche Staatsanleihen vergleichsweise gut gehalten oder sogar als sicherer Hafen profitiert. Mittlerweile beruhigte sich die Lage am Anleihemarkt wieder etwas, wobei französische Staatspapiere mittlerer Laufzeit weiterhin einen schweren Stand hatten.
"Vordergründig sind es die hohen Energiepreise, sowie Inflationssorgen, die die Zinserwartungen befeuern", schrieben die Experten der Helaba. "Wäre da als Ausgangslage nicht eine rekordhohe Staatsverschuldung, könnten Fed und EZB dem einfacher begegnen. Doch steigende Leitzinsen engen die fiskalischen Handlungsspielräume über ausufernde Zinskosten weiter ein, was politische Unsicherheiten befördert. Anleger fordern daher einen Risikozuschlag."
Schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten linderten inzwischen auch die Ängste vor einem scharfen Zinserhöhungskurs der US-Notenbank Fed, auch wenn Ökonomen die größte Volkswirtschaft der Welt weiterhin in einer soliden Verfassung sehen. "Wir gehen zwar davon aus, dass die US-Notenbank im laufenden Jahr noch einmal an der Zinsschraube drehen wird, Markterwartungen von drei bis vier Leitzinserhöhungen bis zum Sommer des kommenden Jahres erachten wir indes als übertrieben", schrieb etwa Dirk Clench von der deutschen Landesbank LBBW.
Kaum Impulse hatten zuvor Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone gebracht, da sich die Marktakteure nach den Zahlen der einzelnen Länder bereits für einen Inflationsanstieg gerüstet hatten. Im September stieg die Inflation im Währungsraum auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Auch in Österreich zog die Teuerung wegen hoher Energiepreise deutlich an.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 3,18 3,28 -0,10 14 5 Jahre 3,41 3,49 -0,08 21 10 Jahre 3,69 3,80 -0,11 25 30 Jahre 4,03 4,16 -0,13 23
spa/mik