Aktien Frankfurt Ausblick: Dax vor US-Jobbericht wohl zurück über 25.000 Punkten
Zwischen Zins- und Inflationssorgen dürfte der
Dax am Freitag robust in den Handel starten. Der
X-Dax signalisierte eine Stunde vor Handelsbeginn ein
Plus von 0,3 Prozent auf 25.026 Zähler. Damit würde er wieder knapp
über die 25.000-Punkte-Marke zurückkehren, die am Vortag erstmals
seit Juli unterschritten wurde. In der Wochenbilanz steuert der Dax
aber auf ein Minus von 1,5 Prozent zu.
Die US-Aktienmärkte hatten sich nach dem Xetra-Schluss etwas erholt
und die Futures bestätigten diese Tendenz. Auch am Anleihemarkt hat
sich die Lage etwas beruhigt nach dem jüngsten Ausverkauf. Der
Helaba bereitet die Lage in Frankreich jedoch Sorgen, denn
französische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten gegenüber
vergleichbaren Bundesanleihen mit einem Aufschlag, den es zuletzt
während der Euro-Schuldenkrise 2012 gegeben habe.
Anleger warten gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am
Nachmittag Impulse geben dürfte. Laut einem Händler würde ein
konjunkturell gutes Signal "das Szenario länger anhaltend hoher
Zinsen untermauern" und den Druck auf Risikoanlagen weiter erhöhen.
Die Helaba-Experten gehen wegen vorheriger Signale davon aus, dass
"keine grundsätzlichen Zweifel an den eingepreisten
Fed-Zinserhöhungen aufkommen sollten".
Davor stehen aber noch in der Eurozone die Verbraucherpreise an, bei
denen die Helaba auf die bereits vermeldeten Anstiege in großen
Euro-Ländern verweist. Ob damit die Zinserhöhungserwartungen
forciert werden, sei angesichts bereits drei eingepreister
Zinsschritte fraglich.
Auf Unternehmensseite wandern die Blicke vor allem auf
Sportartikelhersteller, nachdem der US-Konkurrent Nike
am Vorabend einen Quartalsbericht vorgelegt hat, der
in ersten Reaktionen auf allen Ebenen enttäuschte. Piral Dadhania
von RBC hob den Ergebnisausblick für das Gesamtjahr hervor, der klar
unter dem Konsens liege. Die Nike-Aktien sackten daraufhin im
außerbörslichen Handel um mehr als acht Prozent ab.
Adidas trifft dies auf Tradegate mit einem Minus von
1,3 Prozent und Puma büßten dort im Xetra-Vergleich
1,7 Prozent ein. Bei Adidas kommt hinzu, dass der Konzern Analysten
in einem Briefing zu den Resultaten darauf einstellte, dass sich das
operative Ergebnis in diesem Jahr noch stärker in das Schlussquartal
verschieben dürfte. Darauf wiesen Experten von RBC und Jefferies am
Morgen hin.
Ansonsten setzten vorbörslich die Commerzbank -Anteile
ihre jüngste Talfahrt mit einem Abschlag von 1,3 Prozent fort -
trotz der weiter schwelenden Unicredit -Übernahme.
Nach einer Abstufung durch die Deutsche Bank am Vortag ist es nun
die kanadische Bank RBC, die ihr positives Votum aufgibt. Die
Unicredit-Pläne führten zwar zu Wertschöpfung, erhöhten aber auch
die Risiken und der weitere Verlauf sei schlechter berechenbar,
schrieb Analystin Anke Reingen./tih/jha/