ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Ölpreise und Anleiherenditen belasten die Märkte
Europas Aktienmärkte sind mit
deutlichen Verlusten in das vierte Quartal gestartet. Insbesondere
gestiegene Ölpreise belasteten am Donnerstag.
"Die hohen Ölpreise schüren die Sorge vor einem erneuten Preisschub
und damit vor einer länger restriktiven Geldpolitik", erläuterte
Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets. Zudem
nähmen angesichts steigender Renditen am Anleihenmarkt die Sorgen
über die hohen Staatsschulden vieler Länder zu.
Der EuroStoxx 50 sank um 1,49 Prozent auf 6.175,45
Punkte. Damit sackte der Leitindex der Eurozone auf das Niveau von
Mitte Juni.
Außerhalb des gemeinsamen Währungsraums büßte der Schweizer
Leitindex SMI 1,50 Prozent auf 13.622,85 Punkte ein.
Der britische FTSE 100 sackte um 1,68 Prozent auf
10.428,27 Punkte ab.
In dem angespannten Marktumfeld lagen Bankaktien mit
einem Minus von 3,7 Prozent an der Spitze der Verlierer. Der Sektor
brach mit den Abgaben aus der Seitwärtsbewegung der vergangenen
Wochen nach unten aus. Der starke Anstieg der Staatsanleiherenditen
schüre Befürchtungen hinsichtlich einer Verschärfung der
finanziellen Rahmenbedingungen und einer Wachstumsverlangsamung,
hieß es am Markt.
Ölwerte kamen trotz der hohen Notierungen von Rohöl
kaum vom Fleck. Der Analysedienst Index Radar verwies auf eine
Studie einer US-Bank, die eine Entspannung der Versorgung
signalisiere.
Besser hielten sich Technologiewerte . Sie reagierten
damit auf die Quartalszahlen von Micron . Kräftig
gestiegene Umsätze und Gewinne sowie der Ausblick des
US-Halbleiterunternehmens hatten die Zuversicht für die Nachfrage im
Zuge des Booms der Künstlichen Intelligenz gestärkt. Das brachte den
Halbleiterwerten Rückenwind, auch wenn die Aktien von Micron in New
York zuletzt unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten.
Der nachgebende Pharmasektor wurde etwas von Sanofi
abgefedert: Die Papiere des französischen Konzerns
stiegen um 0,6 Prozent. Die Ausweitung der Kooperation mit Regeneron
Pharmaceuticals signalisiere die Fortschritte unter
dem neuen Konzernchef, schrieb Experte Michael Leuchten vom
Analysehaus Jefferies. Die Aktien seien zudem attraktiv
bewertet./la/jha/