Bank Austria Immo-Fonds beschränkt den Ausstieg der Anleger / Rückkauf der Anteilsscheine des Real Invest Austria erfolgt derzeit nur zum Teil
Anleger im Bank Austria Immobilienfonds Real Invest Austria können derzeit nicht so leicht aus dem Fonds aussteigen, geht aus einer Mitteilung der Bank Austria Real Invest vom Dienstag dieser Woche hervor. Denn der offene Immobilienfonds machte von der Möglichkeit Gebrauch, die Rücknahme der Anteilsscheine zu beschränken. So werden die Rücknahmeaufträge aller Anlegerinnen und Anleger entsprechend einer täglich neu berechneten Quote nur anteilig ausgeführt.
Der Verkaufsauftrag für jene Anteile, die nicht zurückgenommen wurden, verfällt und diese Anteile verbleiben auf dem Wertpapierdepot, teilte die Real Invest weiters mit.
Hohe Mittelabflüsse
Die Bank Austria Real Invest begründete die Maßnahme mit vergleichsweise hohen Mittelabflüssen. Die Entwicklung am Immobilienmarkt sowie steigende Zinsen hätten Anleger veranlasst, aus dem Fonds auszusteigen. Die Liquiditätsreserve des Fonds muss jedoch zumindest 10 Prozent des Fondsvolumens ausmachen, sagte Real Invest-Geschäftsführer Peter Czapek. Daher war man zu der Liquiditätssteuerungsmaßnahme des sogenannten "Gatings" gezwungen.
Von den Rücknahmeaufträgen wurden daher am ersten Tag nur 5 Prozent des Volumens berücksichtigt. "Wobei wir alle Anteilseigner gleich behandelt haben", betonte Czapek. Wie lange diese Maßnahmen nötig seien, könne er derzeit noch nicht beantworten, so Czapek.
Immobilienverkäufe geplant
Um die Liquidität des Fonds zu stärken, sind zusätzliche Immobilienverkäufe geplant, geht aus der Mitteilung hervor. Allerdings dauere der Verkaufsprozess zwischen vier und sechs Monaten, sagte Czapek. Der Fonds kommt derzeit auf ein Fondsvermögen von rund 2 Mrd. Euro und verfügt über ein Immobilienportfolio im Wert von rund 2,4 Mrd. Euro. Wobei der Fonds nach Angaben des Unternehmens eine konservative Investmentpolitik verfolge - und bis heute selbst in Krisenzeiten immer eine positive Entwicklung aufwies. Der Fokus liegt auf Immobilien im Wohn- und Infrastrukturbereich, ergänzt um Liegenschaften für Büros, Handel und Gewerbe. Wobei nur in Österreich - und hier vor allem in Stadtregionen - investiert wird.
Für Florian Beckermann, Vorstand des IVA Interessenverband für Anleger, stellen sich in diesem Zusammenhang mehrere Fragen, etwa nach der verfügbaren Liquidität und der Dauer der Beschränkungen. Denn der Rückkauf der Anteile kann den Fondsbestimmungen zufolge bis zu zwei Jahre lang beschränkt oder ausgesetzt werden. "Die Entwicklung der einstigen Primadonna der UniCredit/Bank Austria im Immobiliengeschäft ist ein ernstes Warnsignal für den österreichischen Immo-Markt", gab Beckermann zu bedenken.
fel/sag
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