AKTIEN IM FOKUS 2: BofA-Analyse zu Rüstung belastet Renk und treibt Hensoldt an
(neu: mehr Details, Kurse)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Analyse der Bank of America (BofA) zur
europäischen Rüstungsbranche hat am Donnerstag Aktien aus dem Sektor
in unterschiedliche Richtungen geschickt. BofA-Analyst David Holmes
präferiert nun Unternehmen aus den Bereichen Luftverteidigung,
Aufklärung, Überwachung und Ortung, Gefechtsnetzwerke sowie
elektronische Kriegsführung.
Die Ergebnisentwicklung anderer Unternehmen, etwa von Renk
, seien indes stärker von Themen wie der
Modernisierung und Wiederauffüllung von Beständen abhängig, weshalb
er hier vorsichtiger wurde. So strich er seine Kaufempfehlung für
den deutschen Panzergetriebehersteller und nahm außerdem die
tschechische CSG mit "Underperform" in seine
Bewertung auf. Da er mit Blick auf den britischen Rüstungs- und
Technologiedienstleister Babcock zudem "bessere
Chancen woanders" sieht, senkte er die Einstufung dieser Aktie auf
"Neutral".
Für Saab und Dassault Aviation dagegen
ist er jetzt optimistischer und sprach Kaufempfehlungen aus.
Obendrein startete er Aselsan und Fincantieri
mit "Buy". Für die Hensoldt-Aktie hob er das Kursziel
an, bekräftigte seine Kaufempfehlung und setzte das Papier des
Anbieters von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik zudem auf die
"SMID Cap Europe Best Ideas List" mit den besten Anlageideen im
Nebenwertebereich.
Diese Schritte gaben die Richtung für die meisten Aktien aus dem
Sektor vor. Renk etwa zeigte sich nach der Abstufung
den nunmehr vierten Tag in Folge schwach, die Titel fielen mit minus
2,4 Prozent auf 36,87 Euro auf ein weiteres Tief seit April 2025.
Damals hatten Zollsorgen den Kurs bis auf 31,17 Euro gedrückt, bevor
sich die Aktien noch am selben Tag wieder weitgehend erholt bei
etwas über 40 Euro geschlossen hatten.
Wie BofA-Analyst Holmes schrieb, ist die Getriebeproduktion bei Renk
auf aktuellem Niveau nicht zu halten. Das limitiere trotz des
attraktiven Servicegeschäfts das langfristige Bewertungspotenzial,
schrieb er. CSG verloren in Amsterdam knapp vier Prozent und Babcock
in London etwa zwei Prozent.
Zugleich ist Holmes aber etwas positiver als zuvor für Hensoldt
gestimmt, was diesen Aktien zu einer Kurserholung von
1,3 Prozent auf 77,26 Euro verhalf. Den Rüstungselektronikhersteller
zählt er zu den Profiteuren, wenn es um die Beständigkeit künftiger
Staatsausgaben für Verteidigung geht. Der Markt dürfte sich dabei
zunehmend auf Unternehmen konzentrieren, die neue strategische
Möglichkeiten eröffneten, da sie besonders profitieren würden, etwa
vom Ausbau der Verteidigungsfähigkeit der NATO, staatlichen
Initiativen zu strategischer Autonomie und vom Ersatz von
US-Kapazitäten.
Seine Favoriten sind hier - abgesehen von Hensoldt - aber vor allem
das norwegische Technologie- und Rüstungsunternehmen Kongsberg und
Aselsan aus der Türkei. Zudem seien auch die beiden Flugzeugbauer
und Rüstungskonzerne Saab aus Schweden und Dassault Aviation aus
Frankreich sowie der Marineschiffbauer TKMS in den
sogenannten "beständigen Kategorien" tätig. Im Gegensatz dazu seien
Rheinmetall, Renk und CSG stärker von der Erneuerung und
Wiederauffüllung von Beständen abhängig, was zwar mittelfristig
stützen dürfte, aber von Natur aus ein stärker zyklisches Geschäft
sei, erklärte Holmes.
Während der TKMS-Kurs zuletzt um 1,2 Prozent auf 80,90 Euro nachgab
und die Rheinmetal-Aktien 0,4 Prozent auf 953 Euro verloren, legten
jene von Saab in Stockholm kräftig um 2,8 Prozent zu./ck/tih/jha/