ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - EuroStoxx mit schwacher Monatsbilanz
Inflationssorgen haben Europas
wichtigste Aktienmärkte am Mittwoch belastet. Auf die Stimmung
drückten zum einen die wieder steigenden Ölpreise. Erneut hatten die
Anleger die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten und die
Öllieferungen aus den Fördergebieten am Persischen Golf im Blick.
Zuletzt gab es Meldungen, dass mehrere Tankschiffe in der Straße von
Hormus unter Beschuss geraten sind. Als Belastung hinzu kam ein
deutlicher Anstieg der Teuerung in Italien.
Der EuroStoxx 50 sank um 0,81 Prozent auf 6.269,02
Punkte. Positive, mit Spannung erwartete Inflationsdaten aus den USA
konnten den Leitindex der Eurozone nicht nachhaltig stützen. Der
Preisindex PCE, ein von der Notenbank bevorzugter Preisindikator,
verharrte im August auf 3,4 Prozent, während Analysten einen Wert
von 3,7 Prozent erwartet hatten.
Auf Monatssicht büßte der EuroStoxx 2,4 Prozent ein und beendete
damit eine Serie von fünf Anstiegen in Folge. Die Bilanz für das
dritte Quartal ist leicht negativ, nachdem es im zweiten
Jahresviertel noch einen Anstieg um fast 14 Prozent gegeben hatte.
Außerhalb der Eurozone fiel der Schweizer Leitindex SMI
am Mittwoch um 0,59 Prozent auf 13.830,34 Punkte. Der
britische FTSE 100 gab um 0,29 Prozent auf 10.606,00
Zähler nach.
Europaweit hätten höhere Anleiherenditen und Energiekosten die
Anleger zwar selektiver gemacht, robuste Unternehmensgewinne könnten
jedoch weiterhin eine Jahresendrallye unterstützen, schrieb Ulrich
Urbahn, Leiter des Bereichs Multi-Asset-Strategie und Research bei
der Privatbank Berenberg "Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend im
vierten Quartal müssen die Unternehmen ihre Margen und Prognosen
verteidigen, während Inflation und Renditen nicht weiter steigen
dürfen", ergänzte der Experte.
Technologiewerte sanken nach den Vortagesgewinnen
geringfügig. Hier war Abwarten vor den Quartalszahlen von Micron
angesagt. Diese müssten zeigen, ob der Boom rund um
Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen weiterhin ausreichend im
operativen Geschäft der Halbleiterunternehmen ankomme, betonte
Analyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets und fuhr fort:
"Enttäuscht Micron, könnte aus der zuletzt gewachsenen Skepsis
gegenüber dem KI-Sektor schnell wieder Verkaufsdruck werden."
In Mailand fielen die Papiere von Generali um 1,8
Prozent, nachdem das Analysehaus Jefferies seine Kaufempfehlung für
die Aktien gestrichen hatte. Die Italiener seien in der
Versicherungsbranche vom Nachläufer zum Leader avanciert, schrieb
Experte Philip Kett mit Blick auf Kursentwicklung und
Bewertungsanstieg. Er sieht ihre Strategie zwar weiter optimistisch,
geht nun aber an die Seitenlinie.
In Zürich zogen Aktien der Online-Apotheke DocMorris
um mehr als acht Prozent an. Nach der Prognoseerhöhung von
Konkurrent Redcare zum Wochenstart hatte das
Analysehaus Cantor die Bewertung in einer Branchenstudie mit
"Overweight" aufgenommen. Gemäß dieser Einstufung rechnen die
Analysten damit, dass sich der Gesamtertrag der Aktien
(Kurssteigerung plus Dividenden) auf Sicht von zwölf Monaten besser
entwickeln wird als der von den Experten bewertete Sektor./la/he