Wiener Börse (Mittag) - ATX dreht ins Minus / Heimische Leitindex verliert 0,4 Prozent - Merklich gestiegene Inflationszahlen aus einige Euroraumländern belasten europaweit
Der Wiener Aktienmarkt hat am Mittwochvormittag klar in den Minusbereich gewendet. Der heimische Leitindex ATX ermäßigte sich zu Mittag um 0,43 Prozent auf 6.904 Einheiten. Auch an den europäischen Leitbörsen wurden die Vorzeichen gewechselt, nachdem unerwartet hohe Inflationszahlen aus einigen Euroländern gemeldet worden waren.
In Italien, der drittgrößten Volkswirtschaft der EU, verstärkte sich die Inflation im September kräftig, und auch noch etwas deutlicher als erwartet. Auf Jahressicht stieg die Teuerung um 4,1 Prozent und liegt damit weit über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die auf mittlere Sicht eine Rate von zwei Prozent für den gesamten Währungsraum anstrebt.
Solange der Nahostkonflikt die Energiepreise hochhält und es Inflations- und Zinssorgen gibt, bleibt das Umfeld am Aktienmarkt schwierig, schrieben die Helaba-Analysten bereits in der Früh. Zwar hat Saudi-Arabien die Ölexporte über die Ost-West-Pipeline inzwischen wieder aufgenommen, deutliche Entspannung brachte dies an den Ölmärkten aber nicht, hieß es weiter von den Experten.
Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene und von Analystenseite eine magere Meldungslage vor. Palfinger bauten ein Minus von 1,3 Prozent. Der Kranhersteller teilte mit, Wertberichtigungen auf das Russland-Geschäfts in Höhe von 135 Mio. Euro verbuchen zu müssen.
Im Technologiebereich kamen die AT&S-Anteilsscheine um 5,6 Prozent zurück, nachdem die Titel am Vortag noch um mehr als neun Prozent hochgesprungen waren.
Die Papiere von RHI Magnesita gewannen 5,8 Prozent. Die Analysten der Berenberg Bank bekräftigten das Kaufvotum "Buy" für die Aktie des österreichisch-brasilianischen Feuerfestunternehmens, nachdem am Vortag bestätigt wurde, dass das Unternehmen den britischen Mitbewerber Vesuvius kaufen möchte.
Unter den schwergewichteten Banken verbilligten sich Raiffeisen Bank International um 1,5 Prozent und Erste Group um 0,6 Prozent. BAWAG-Titel legten knappe 0,1 Prozent zu.
Verluste wiesen die Titel aus dem Ölbereich auf. Die OMV-Aktie fiel um 0,4 Prozent und bei den Papieren des niederösterreichischen Ölfeldausrüsters SBO gab es ein Minus von 1,3 Prozent zu sehen.
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