ROUNDUP/Umfrage: Beamte leiden unter der Bürokratie
Die Bürokratie in Deutschland macht nicht nur Bürgern und Unternehmen zu schaffen: Eine große Mehrheit (61,5 Prozent) der Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst empfindet "Bürokratie und Genehmigungswege" demnach als Hemmnis für die eigene Arbeit. Das hat eine Umfrage des Münchner Projektmanagementdienstleisters unter 1.875 Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeiten ergeben. An zweiter Stelle folgt Personalmangel (41,8 Prozent), auf dem dritten Platz Geldmangel (39,8 Prozent).
Nur eine kleine Minderheit sieht keine Probleme
Das Unternehmen organisierte die Umfrage gemeinsam mit der Fachzeitung "Behördenspiegel", die Teilnehmer kamen demnach aus allen Ebenen der staatlichen Verwaltung von kommunalen Ämtern bis Bundesbehörden. Knapp 42 Prozent waren Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter, ein Viertel Sachgebiets- oder Referatsleiter, und knapp neun Prozent Amtsleiter oder Geschäftsführer. Nur eine sehr kleine Minderheit von 1,9 Prozent der Befragten sagte, dass Behördenprojekte reibungslos verlaufen. Gleichzeitig sieht sich eine sehr große Mehrheit im Beruf als "motiviert" oder sogar "sehr motiviert".
Kommunen am stärksten von Personal- und Geldmangel geplagt
Es sei besonders deutlich geworden, dass im öffentlichen Dienst anscheinend eine enorm hohe Motivation auf sehr hohe strukturelle Hürden treffe, sagte Studienleiter Martin Opercan dazu. Die Umfrage spiegelt zudem die finanziell bedrängte Lage der Städte und Gemeinden wider: So klagten 46,5 Prozent der 933 befragten kommunalen Mitarbeiter über fehlende Finanzmittel, verglichen mit lediglich gut 17 Prozent in den Bundesbehörden.
Ein ähnliches Bild mit etwas besseren Zahlen zeigte sich bei der Einschätzung des Personalmangels, der in den Bundesbehörden demnach als weniger gravierend empfunden wird. Auf der anderen Seite scheint die Arbeit in den Kommunen für etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befriedigender als in Landes- und Bundesämtern: Immerhin knapp 39 Prozent bewerteten ihre Projekte positiv, in den beiden oberen Ebenen waren es jeweils weniger als ein Drittel./cho/DP/jha
AXC0266 2026-09-29/17:33