Wiener Börse (Nachmittag) - ATX weiter im Verlustbereich / ATX mit minus 0,4 Prozent - Hoffen auf diplomatische Lösung zwischen den USA und dem Iran - AT&S auf Erholungskurs
Wiens Börse verharrt am Nachmittag im Verlustbereich. Auch leicht sinkende Ölpreise änderten daran nichts. Der ATX verlor bisher 0,38 Prozent auf 6.985,74 Punkte. Für den breiteren ATX Prime ging es um 0,41 Prozent auf 3.419,10 Zähler hinunter. An den europäischen Börsen hingegen gab es Gewinne.
Der Blick ist weiter auf den Nahen Osten gerichtet und die Hoffnung bleibt, dass die USA und der Iran eine diplomatische Lösung finden. Die Ölpreise gingen heute etwas zurück, bleiben aber weiter hoch.
Ins Blickfeld rückten auch Konjunkturindikatoren. Im Euroraum hat sich die Wirtschaftsstimmung im September überraschend eingetrübt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) fiel im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Punkte auf 97,9 Punkte, wie die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel mitteilte. Zuvor war der Stimmungsindikator vier Monate in Folge gestiegen.
Analysten wurden vom Stimmungsdämpfer überrascht. Sie hatten einen weiteren Anstieg erwartet und waren im Schnitt von einem Indexwert von 99,0 Punkten ausgegangen. Der Stimmungsindikator fällt damit wieder tiefer unter den langfristigen Durchschnitt von 100 Punkten.
In Österreich fordert Wifo-Chef Gabriel Felbermayr nach den Regierungsmaßnahmen für die Industrie jetzt auch eine gezielte Strategie für die kriselnde Baubranche. "Wenn man was tun will für die Konjunktur, wäre der Bau eigentlich ein zentrales Element, wo man ansetzen müsste", sagte Felbermayr am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien. Daher wäre es gut, wenn die Politik "nach der Industriestrategie eine Baustrategie machen" würde.
Bei den Unternehmen rückte der Feuerfestkonzern RHI Magnesita in den Blick. Das Unternehmen bestätigt, den britischen Konkurrenten Vesuvius für rund 1,6 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Einen Kernaktionär der Briten hat der in Wien und London an der Börse notierte Konzern bereits auf seiner Seite, heißt es in einem Pressestatement. Das Angebot beläuft sich auf rund 5,5 Pfund (6,4 Euro) pro Vesuvius-Aktie, so RHIM. Ein Teil davon soll in Form von RHI-Aktien entgolten werden. Die Anleger finden noch keinen rechten Gefallen an dem Vorhaben. RHI büßten bisher 2,7 Prozent ein.
Als stärkste Branche in Europa zeigen sich heute einmal mehr die Technologiewerte. Dadurch erholen sich AT&S von ihrem gestrigen Tief und liegen an der Spitze des ATX bei guten plus 8,6 Prozent. Am anderen Ende spürt die OMV die sinkenden Ölpreise. OMV gaben 2,1 Prozent nach.
Mit einem negativen Vorzeichen finden sich die schwergewichteten Bankenwerte. Erste Group fielen um 1,7 Prozent, BAWAG um 1,2 Prozent und Raiffeisen Bank International (RBI) um 0,6 Prozent.
Zu den Gewinnern zählen heute die Bauwerte. Palfinger gewann 1,8 Prozent, Wienerberger 1,5 Prozent und Porr 0,5 Prozent.
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