Aktien Europa: Moderate Gewinne - Ölpreise etwas gesunken
Europas Aktienmärkte haben sich am
Dienstag nach verhaltenem Start robust gezeigt. Nach Ansicht von
Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets bleiben die
Anleger trotz hoher Ölpreise sowie Anleiherenditen zuversichtlich
und setzen "auf eine mögliche Deeskalation im Nahen Osten und die
damit verbundenen positiven Folgen für Inflation und
Weltkonjunktur." So sanken die Ölpreise im Tagesverlauf, notieren
aber immer noch recht hoch.
Der EuroStoxx 50 stieg gegen Mittag um 0,73 Prozent
auf 6.347,43 Punkte. Außerhalb der Eurozone zog der Schweizer
Leitindex SMI um 0,3 Prozent auf 14.002,58 Punkte an,
während der britische FTSE 100 0,25 Prozent auf
10.711,86 Punkte gewann.
Neue Konjunkturdaten beurteilte Lipkow als durchwachsen. "Das
Industrievertrauen erholt sich weiter von seinen Tiefständen,
während die Stimmung im Dienstleistungssektor hinter den Erwartungen
zurückbleibt", betonte der Marktexperte. "Unter dem Strich reicht
das aus, um die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung am Leben
zu halten."
Stärkster Sektor waren die Technologiewerte, allen voran die
Halbleiteraktien. So legten ASML um 3,3 Prozent zu.
"Trotz der zuletzt aufgekommenen Zweifel an Wachstum, Investitionen
und Bewertungen bleibt die KI-Story für viele Investoren attraktiv",
merkte Lipkow an. "Solange die Anleger an die langfristigen
Wachstumsperspektiven glauben, werden Rücksetzer bei den
entsprechenden Aktien weiterhin auch als Kaufgelegenheiten gesehen."
Zur Schwäche neigten dagegen Infrastrukturwerte. Die sonst wenig
volatilen Aktien von Vinci sanken um 2,3 Prozent.
Auch Titel anderer französischer Infrastrukturunternehmen wie ADP
und Eiffage gaben nach.
Marktteilnehmer verwiesen auf Steuerpläne der französischen
Regierung Danach sollen im Rahmen des Haushalts für 2027 Steuern für
Transport-Infrastruktur angehoben werden.
In der zweiten Reihe kamen Lindt & Sprüngli unter
Druck und sackten um 8,7 Prozent ab. Der Titel reagierte damit auf
die zweite Senkung der Umsatzprognose im laufenden Jahr.
Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy betonte, dass dadurch das
Vertrauen in die Prognosefähigkeit des Unternehmens untergraben
werde. Und diese sei bislang ein wesentlicher Faktor für die hohe
Bewertung gewesen.
Für die Anteilsscheine von British American Tobacco
ging es um gut 2 Prozent nach unten. Der Tabakkonzern veranstaltet
diesen Dienstag einen Kapitalmarkttag. DocMorris
gewannen 2,3 Prozent. Die Aktie folgte damit den Vorgaben von
Redcare./mf/mis