Heimische Industrie im September weiter im Aufwind / Kräftiges Auftragsplus aus In- und Ausland - Produktionsleistung und Beschäftigung gestiegen - Geopolitische Risiken und hohe Preise belasten - Weitere Erholung im kommenden Jahr erwartet
Deutlich mehr Neuaufträge haben die Erholung der österreichischen Industrie zuletzt vorangetrieben. Der Einkaufsmanagerindex der Bank Austria stieg im September auf 54,9 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022, geht aus einer Aussendung am Montag hervor. Das Plus bei den Aufträgen habe die Produktionsleistung und damit auch die Beschäftigung beflügelt. Lieferkettenprobleme und steigende Preise bremsten den Aufschwung allerdings.
Die verbesserte Auftragslage deute auf eine "hohe Auslastung der Produktionskapazitäten und eine Fortsetzung des Wachstumskurses in den kommenden Monaten" hin, sagte Bank-Austria-Chefökonom Stefan Bruckbauer laut Aussendung. Ein Teil der gestiegenen Nachfrage entfalle dabei allerdings auf den Aufbau von Sicherheitsbeständen: "Angesichts verlängerter Lieferzeiten und geopolitischer Unsicherheiten erhöhen viele Unternehmen ihre Bestellungen und Lagerbestände, um ihre Produktion gegen mögliche Versorgungsengpässe abzusichern", so Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl.
Moderater Personalaufbau
Die steigende Auslastung der Industriebetriebe wirke sich positiv auf die Beschäftigung aus, der entsprechende Index sei im September zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Das sei "ein Zeichen dafür, dass die Unternehmen die aktuelle Konjunkturerholung zunehmend als nachhaltig einschätzen", sagte Pudschedl. Der Personalaufbau bleibe allerdings aufgrund von Wettbewerbsdruck und hoher Kosten vorerst moderat.
Sorgen bereite den Firmen die Teuerung. Die Kosten für Rohstoffe, Vorprodukte und Energie würden derzeit deutlich schneller steigen als die erzielbaren Verkaufspreise. "Die Preisschere hat sich zuletzt wieder geöffnet und belastet die Gewinnmargen vieler Unternehmen", so Pudschedl.
Der Ausblick der heimischen Betriebe auf die kommenden zwölf Monate sei optimistisch. "Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung des Industrieaufschwungs sind grundsätzlich gegeben. Wir erwarten weiterhin einen Anstieg der realen Industrieproduktion in Österreich um 1,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2026", so Bruckbauer.
cgh/kre
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