Aktien Europa: Gewinne trotz Ölpreisanstieg - Weitere US-Iran-Gespräche im Fokus
Europas Aktienmärkte haben am Montag
einem abermaligen Anstieg der Ölpreise getrotzt. Zwar hatte
US-Präsident Donald Trump am Wochenende einen iranischen Vorschlag
zur Wiedereröffnung der für den globalen Erdölhandel wichtigen
Straße von Hormus als nicht annehmbar bezeichnet. Allerdings wird
nach Angaben des US-Nachrichtenportals "Axios", das sich auf zwei
verschiedene Quellen beruft, bereits ab Montag mit einer weiteren
Runde indirekter Gespräche zwischen den beiden Kriegsparteien
gerechnet.
Der EuroStoxx 50 stieg am Vormittag um 0,1 Prozent
auf 6.308,40 Punkte. Außerhalb der Eurozone zog der Schweizer
Leitindex SMI um 0,8 Prozent auf 14.058,62 Punkte an,
während der britische FTSE 100 0,3 Prozent auf
10.727,88 Punkte gewann.
In Großbritannien gab es bei Hausbau-Aktien Kursfeuerwerke. Der Kurs
von Taylor Wimpey schnellte um 23 Prozent nach oben,
Persimmon und Barratt Redrow sprangen um mehr als 15
Prozent hoch. Zuvor hatte die britische Regierung ein Kreditprogramm
für Erstkäufer neuer Häuser bekannt gegeben. Die Aktien des
niederländischen Farben- und Lackeherstellers Akzo Nobel
stiegen um 0,7 Prozent; ihnen half auch ein positiver
Kommentar der Analysten von Oddo BHF.
In diesem Umfeld legte auch der Index der europäischen Bauwerte
Stoxx Europe 600 Construction & Materials um ein
halbes Prozent zu. An die Spitze des Branchentableaus schaffte es
aber der Einzelhandelssektor mit einem Plus von 1,5
Prozent.
Größter Verlierer in der Branchenübersicht war der Index der
Rohstoffwerte . Sein Kurs fiel um 2,4 Prozent, da
durchwachsene Daten zur Entwicklung der Industrie Chinas die Preise
für Metalle wie Kupfer nach unten zogen.
Unter den wenigen Verlierern war auch der Techwerte-Index
, für den es um ein halbes Prozent nach unten ging.
Auf die Stimmung drückte, dass der ChatGPT-Entwickler OpenAI nach
einem neuen Zwischenfall das Training seiner leistungsstärksten
KI-Modelle aussetzte. Bei dem Vorfall schaffte es ein KI-Modell in
einem Test, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl
es eigentlich keinen Internet-Zugang haben sollte. Im EuroStoxx 50
waren denn auch Aktien wie die des Chipindustrie-Ausrüsters ASML
und die des Energietechnikkonzerns Siemens Energy
unter den größten Verlierern./mis/men