Wiener Börse (Mittag) - ATX zum Wochenausklang erholt / Zurückgehende Ölpreise stützen etwas - Industrie- und Bankaktien stark
Die Wiener Börse hat die moderaten Vortagesverluste am Freitag wieder wettgemacht. Rückenwind lieferten in einem bis dato meldungsarmen Geschäft die etwas zurückgehenden Ölpreise. Der ATX stieg gegen Mittag um 1,46 Prozent auf 6.982,22 Punkte. Für den ATX Prime ging es um 1,40 Prozent auf 3.420,00 Zähler hinauf. Ähnlich fest tendierte das europäische Umfeld.
Am Mittwoch war ein Ausflug des ATX über die Marke von 7.000 Punkten nur ein sehr kurzer geblieben, wobei steigende Ölpreise und Anleiherenditen der Rally den Wind aus den Segeln nahmen. Auf Wochensicht dürfte der Leitindex dennoch einen Gewinn von 2,7 Prozent einfahren.
Vor dem Wochenende kamen die Ölpreise dagegen nach Anzeichen über neue diplomatische Bemühungen zur Öffnung der Straße von Hormuz wieder etwas zurück. Mit aktuell gut 105 US-Dollar für ein Barrel der Referenzsorte Brent bleiben sie aber auf hohem Niveau. Der Iran hat den USA nach Medienberichten einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des militärischen Konflikts vorgelegt.
Eine Entspannung im Nahen Osten würde auch die Wachstumshoffnungen in Europa anfachen, zumal zuletzt auch Konjunkturdaten positive Signale gebracht hatten. Mit Blick auf die deutsche Wirtschaft schreiben die Marktstrategen der Berenberg Bank etwa, es gebe glaubwürdige Anzeichen einer Erholung. Ein infolge der Landtagswahlen im September komplexeres politisches Umfeld überwiege nicht die anhaltende Erholung bis 2028 und den Reformstau - wobei Letzterer weniger ambitioniert ausfalle als ursprünglich erhofft. Ermutigende makroökonomische Daten und Gewinnwachstum würden eine konstruktive Haltung zu deutschland-abhängigen Aktien erlauben.
Vor diesem Hintergrund standen zum Wochenausklang europaweit vor allem konjunktursensible Branchen in der Anlegergunst. In Wien betraf dies insbesondere die Bankwerte, mit Gewinnen von bis zu 3,5 Prozent bei Erste Group, BAWAG und RBI. Mit plus 3,9 Prozent bester Titel im Leitindex waren jedoch AT&S, die sich nach den schwächeren Vortagesverlusten stabilisierten.
Die Entspannung am Ölmarkt wurde auch bei den anderen Branchen widergespiegelt. Während OMV mit einem Abschlag von 1,4 Prozent die einzigen Verlierer im ATX waren, reihten sich die energieintensiven Industriewerte weit vorne im Leitindex ein. voestalpine, Wienerberger und Lenzing gewannen bis zu 2,4 Prozent.
spa/rst
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