Aktien Europa: Märkte geben weiter nach - Anleiherenditen beunruhigen
An den europäischen Aktienmärkten
ist es am Donnerstag weiter nach unten gegangen. Marktexperte
Andreas Lipkow verwies auf gestiegene Anleiherenditen, hohe Ölpreise
und Zinsängste als Belastungsfaktoren. "Im Nahen Osten ist eine
schnelle diplomatische Lösung weiterhin nicht in Sicht", so der
Chef-Marktanalyst vom Broker CMC Markets. "Gleichzeitig sorgen die
zuletzt robusten US-Konjunkturdaten für zusätzlichen Druck am
Anleihemarkt, weil sie Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der
US-Notenbank am Leben halten."
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,46 Prozent auf
6.270,63 Punkte. Außerhalb der Eurozone tendierte der britische FTSE
100 kaum verändert, während der Schweizer Leitindex
SMI um 0,25 Prozent auf 13.887,10 Punkte sank. Die
Schweizer Notenbank hatte ihren Leitzins wie erwartet bei null
Prozent belassen. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Inflationsprognose
nur leicht.
Schwächster Sektor waren die Autowerte, die sich damit wieder den
bisherigen Jahrestiefs näherten. Finanzdienstleister litten unter
der Schwäche des Schwergewichts UBS , dessen Aktie um
2,3 Prozent nachgab. Am Mittwoch hatte sich der Schweizer Ständerat
für eine deutliche Verschärfung der Eigenmittelvorschriften
ausgesprochen.
Zu den Verlierern gehörten auch die Aktien von H&M ,
die nach Zahlen um 2,1 Prozent sanken. Die Analysten der RBC
interpretierten den Bericht des Bekleidungshändlers zum dritten
Quartal als durchwachsen. Bereinigt habe das Zahlenwerk die
Schätzungen zwar leicht übertroffen. Die Lagerbestände seien aber
hoch und der Ausblick für die Margenentwicklung vorsichtig. Die
Experten der Deutschen Bank bemängelten, dass sich eine klare
Verbesserung der Umsatzentwicklung trotz der Bemühungen des
Managements noch nicht abzeichne.
Besser sah es bei dem britischen Bekleidungsanbieter Asos
aus. Die Aktie kletterte mit acht Prozent Aufschlag
auf das höchste Niveau seit drei Jahren. Das Unternehmen hatte die
Ergebnisprognose nach oben angepasst. Analysten erhöhten daraufhin
ihre Schätzungen und Kursziele.
Wenig bewegt präsentierten sich dagegen die Aktien von Schneider
Electric nach einer Übernahmeankündigung. Der Konzern
steht demnach vor der Akquisition der bulgarischen Shelly Group
. Die Franzosen wollen für den Hersteller von
intelligenten Elektro-Geräten (smart devices) aus dem SDax
ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot über
70 Euro je Aktie unterbreiten. Beide Unternehmen unterzeichneten
dazu eine entsprechende Vereinbarung./mf/men