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Zugang zu letzten bewohnten Dörfern im Südlibanon schwierig

Das Welternährungsprogramm (WFP) wirbt angesichts der Zerstörung ganzer Landstriche im Süden des Libanon auch in Deutschland um mehr finanzielle Hilfe für die Betroffenen und politische Unterstützung für die Regierung in Beirut. Deutschland sei ein wichtiger Geber für die humanitäre Hilfe im Libanon, "allerdings habe ich bei den Gesprächen, die ich bisher geführt habe hier in Berlin, auch im Bundestag, den Eindruck gewonnen, dass diese Krise nicht mehr im Fokus steht", sagte die WFP-Landesdirektorin für den Libanon, Allison Oman, der Deutschen Presse-Agentur.

Sie führe das unter anderem darauf zurück, dass die israelische Armee kaum Medienberichterstattung aus dem Südlibanon zulasse. "Auch wir dürfen dort keine Fotos machen", fügte sie hinzu.

Zerstörte schiitische Dörfer

Anfang März war der Konflikt zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah-Miliz im Zuge des Iran-Kriegs erneut eskaliert. Trotz einer eigentlich geltenden Waffenruhe werfen Israel und die Hisbollah einander immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israels Armee ist weiterhin im Südlibanon und führt nahezu täglich Angriffe aus.

Nur noch rund 10.000 Bewohner in drei Dörfern

Das Welternährungsprogramm versorge aktuell mit Konvois drei Dörfer jenseits der von Israel festgelegten gelben Linie, berichtete Oman. In diesen Dörfern lebten vorwiegend Christen und einige syrische Flüchtlinge. "Insgesamt sind es rund 10.000 Menschen, die geblieben sind in einer Region, in der vorher Berichten zufolge 270.000 Menschen lebten", schilderte sie die Lage. WFP bringe Lebensmittelpakete dorthin, Decken und Hygieneartikel. "Zugang zu dem Gebiet zu erhalten, ist eine echte Herausforderung, bei etwa jeder zweiten angemeldeten Hilfslieferung bekommen wir von der israelischen Armee mitgeteilt, dass diese nicht stattfinden könne."

Deutscher Anteil schrumpft

Deutschland hat im vergangenen Jahr laut WFP deutlich weniger zur Arbeit des Welternährungsprogramms im Libanon beigetragen als 2024. Deutsche Gelder finanzierten 2025 rund sieben Prozent der WFP-Operationen in dem Land, wie ein Sprecher der Organisation erklärte. Deutschland habe damit auf der Liste der WFP-Geber an neunter Stelle gelegen. 2024 sei Deutschland noch zweitgrößter Geber gewesen. Größter Unterstützer waren 2025 den Angaben zufolge die USA mit einem Anteil von 39 Prozent.

Die WFP-Landesdirektorin für den Libanon warnte vor einer zunehmenden humanitären Notlage. Aktuell hätten 1,24 Millionen Menschen im Libanon keinen ausreichenden Zugang zu Nahrung. Die Brotpreise seien seit Jahresbeginn um 23 Prozent gestiegen.

Große landwirtschaftliche Flächen zerstört

Um die drei Dörfer im Süden zu versorgen, könne vom WFP nur noch eine Straße benutzt werden, sagte Oman. Die übrigen Dörfer in dem Gebiet seien zerstört. Auch die landwirtschaftlichen Flächen dort, die 22 Prozent der gesamten Anbaufläche des Libanon ausmachten, seien schwer beschädigt. Dort seien bisher unter anderem Zitrusfrüchte und Oliven angebaut worden. Es sei traurig dort nun verrottende Melonen und umgestürzte Bienenstöcke zu sehen. Durch israelische Bombardierungen, den Einsatz von Bulldozern und Chemikalien seien die Plantagen und Felder in einen Zustand versetzt worden, der mittelfristig keinen Anbau zulasse.

Während des Krieges waren laut WFP zeitweise bis zu 1,1 Millionen Menschen gleichzeitig vertrieben. Inzwischen seien es noch etwa 335.000 Vertriebene. Mit Beginn des neuen Schuljahres bemühten sich Familien nun, ihren Kindern den Schulbesuch an den Zufluchtsorten zu ermöglichen. Die neue libanesische Regierung habe sich klar zu Reformen bekannt und brauche Unterstützung, sagte Oman. Stabilität im Libanon liege auch im deutschen Interesse - nicht nur mit Blick auf Flüchtlingsbewegungen./abc/DP/zb

AXC0035 2026-09-24/06:41

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