Aktien Europa: Leichte Verluste - Zurückhaltung prägt das Geschehen
An den europäischen Aktienmärkten
bleibt Zurückhaltung am Mittwoch Trumpf. "Vor dem Treffen zwischen
den USA und China halten sich die Anleger mit größeren Engagements
zurück", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets
fest. "Der ruhige Handel zeigt, dass die Märkte derzeit weniger auf
neue Positionen setzen und vielmehr auf politische Klarheit warten."
Der EuroStoxx 50 verlor am Mittag 0,17 Prozent auf
6.313,54 Punkte. Außerhalb der Eurozone gewann der britischen FTSE
100 0,12 Prozent auf 10.721,51 Punkte, während der
Schweizer Leitindex SMI auf der Stelle trat.
Angesichts der herrschenden Unsicherheiten gaben Konjunkturdaten dem
Markt keine Impulse, obwohl sie besser als erwartet ausgefallen
waren. Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank sprach angesichts der
Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone im September von
überraschend guten Daten. "In Anbetracht der hohen Energiepreise war
davon auszugehen, dass die Unternehmen weniger optimistisch in die
Zukunft blicken", so Gitzel. "Doch genau das Gegenteil ist der Fall:
Die Stimmung hellt sich sogar nochmals deutlich auf."
Die Veränderungen der Einzelsektoren bewegten sich im
Nachkommabereich. Vorne lagen die Finanzdienstleister. Im
Mittelpunkt stand dabei das Schwergewicht UBS , dessen
Aktie um 0,6 Prozent anzog. Der Schweizer Ständerat hatte für
systemrelevante Großbanken strengere Eigenmittel-Regeln beschlossen.
Die Banken müssen Auslandstöchter künftig mit 90 Prozent hartem
Kernkapital (CET1) unterlegen. Die UBS und mehrere große
Wirtschaftsverbände hätten den von der Mehrheit entworfenen,
unterlegenen Kompromiss bevorzugt. Nun ist allerdings der
Nationalrat am Zug.
Mit Roche gab es auch zu einem anderen Schweizer
Standardwert Nachrichten. Der Pharmakonzern hatte positive
Studiendaten zum Wirkstoffkandidaten Sefaxersen vorgelegt. Wie schon
am Vortag vermochten positive Forschungsdaten den Kurs aber nicht
anzuschieben - der Wert tendierte nur wenig verändert.
Im ansonsten schwächelnden Technologiebereich fielen AMS-Osram
mit neun Prozent Aufschlag auf. Die volatile Aktie
regierte damit auf eine Studie von Jefferies. Das Haus hatte das
Kursziel von 21 auf 25,50 Franken angehoben und die Kaufempfehlung
bestätigt.
Weniger gut kamen Neuigkeiten zu Diageo an. Bei dem
britischen Spirituosen- und Guinness-Hersteller war es erneut zu
einem Wechsel in der Führungsetage gekommen. Die Managerin Joanne
Wilson werde im Laufe des kommenden Jahres als neue Finanzchefin in
die Konzernführung eintreten und dort Nik Jhangiani ablösen, hatte
Diageo mitgeteilt. Der angekündigte Abschied des Finanzchefs sei
negativ, schrieb Analyast Edward Mundy von Jefferies. Denn Jhangiani
habe eine zentrale Rolle bei der Festlegung der
Unternehmensstrategie gespielt./mf/jha/