ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax ringt um Gewinne - Ölpreis hilft nicht
Der Dax hat sich auch am
Mittwoch recht träge präsentiert. Der deutsche Leitindex konnte
seine moderaten Gewinne aus dem frühen Handel nicht halten stand
zuletzt 0,1 Prozent im Minus bei 25.548 Punkten. Lediglich leicht
sinkende Ölpreise konnten den Dax damit nicht nachhaltig stützen.
Tags zuvor bereits hatte sich die Dax-Erholung exakt an seiner
50-Tage-Durchschnittslinie festgelaufen, die den mittelfristigen
Trend beschreibt. Letztlich hatte das Börsenbarometer kaum verändert
geschlossen. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen
gab zur Wochenmitte um 0,3 Prozent auf 31.448 Punkte nach.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, bleibt skeptisch:
"Auf dem Parkett werden zwei entgegengesetzte Entwicklungen
diskutiert: ein neuer Anlauf, den Irankonflikt doch noch
diplomatisch zu lösen, und die politische Unsicherheit, die aus den
jüngsten Wahlen in Deutschland entstanden ist." Als Resultat bleibe
unter dem Strich nur eine Pattsituation zwischen Käufern und
Verkäufern.
Die Rally an den internationalen Finanzmärkten mit Rekordhochs
anderer großer Aktienindizes gehe am Dax vorüber, fuhr Stanzl fort
und konstatierte. "Der Widerstand bei 25.800 Punkten ist wie ein
Deckel auf dem Markt."
Die politische Unsicherheit in Deutschland lässt dem Experten
zufolge internationale Anleger derzeit einen großen Bogen um
deutsche Aktien machen. Man fordere Gewissheit, dass die politische
Stabilität auf Bundesebene gewahrt bleiben kann, nachdem die
regierenden Parteien auf Landesebene herbe Wahlniederlagen erlitten
hatten.
Unter den Einzelwerten stand unter anderem Siltronic
im Blick. Wacker Chemie hatte seinen Anteil an dem
Hersteller von Halbleiter-Wafern weiter reduziert. Die Papiere von
Siltronic fielen am MDax-Ende um 3,4 Prozent. Demgegenüber zogen die
Anteilsscheine von Wacker Chemie an der Index-Spitze um 2,7 Prozent
an.
Als klares Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax sackten die Aktien
von KWS Saat um 7,3 Prozent ab. Umsatz und operatives
Ergebnis blieben im Geschäftsjahr 2025/26 hinter den
Analystenschätzungen zurück. Auch der Ausblick des
Saatgutherstellers dürfte Anlegern kaum reichen für eine bessere
Stimmung, vor allem nach dem zuletzt guten Lauf der Anteilsscheine,
erklärte ein Händler.
Zudem bewegten Analystenkommentare die Kurse. So verloren die
Papiere der Gea Group unter den schwächsten Werten im
Dax 0,7 Prozent, nachdem sich Bernstein Research teils verhalten zu
den Aktien des Anlagenbauers für die Milch- und
Lebensmittelindustrie geäußert hatte. Experte Benjamin Thielmann
lobte zwar die Auftragslage, die Margenverbesserungen, den hohen
Anteil des Service-Geschäfts sowie die Ausrichtung auf den starken
Milchverarbeitungsmarkt. Allerdings gebe es nach der jüngsten
Ankündigung eines Aktienrückkaufs sowie der Anhebung der Ziele für
2026 vorerst keine Treiber mehr.
Zu Krones schrieb Analyst Benjamin Thielmann von
Bernstein Research, dass die Aussichten für das Umsatz- und
Auftragswachstum des Abfüllanlagen-Herstellers für 2027 verhalten
ausfallen dürften. Und: Das Umsatzziel für das Jahr 2028 wackle. Die
Anteilsscheine von Krones fielen um zwei Prozent./la/jha/