Die europäischen Börsen haben nach
den Vortagesgewinnen am Dienstag wieder in den Modus des Abwartens
geschaltet. Der Blick galt dabei einmal mehr dem Ölpreis. "Der
Ölpreis bleibt das Fieberthermometer der Märkte" betonte Analyst
Timo Emden von Emden Research. Zuletzt hatten die Preise zwar
nachgegeben, bewegen sich aber weiterhin auf hohem Niveau. "Zwischen
Entspannungssignalen, Inflationssorgen und dem Schatten des
Trump-Xi-Gipfels bleibt die Stimmung fragil", beschrieb Emden die
Marktlage.
Der EuroStoxx 50 stieg gegen Mittag um 0,22 Prozent
auf 6.332,20 Punkte. Außerhalb der Eurozone trat der britischen FTSE
100 auf der Stelle, während der Schweizer Leitindex
SMI um 0,1 Prozent auf 13.964,06 Punkte zulegte.
Stärkster Sektor waren die Einzelhandelswerte. Hier ragten Aktien
von Kingfisher mit deutlichen Gewinnen von über acht
Prozent heraus. Sie reagierten damit auf die Halbjahreszahlen.
Analyst Richard Chamberlain von der kanadischen RBC sprach von einem
starken Zahlenwerk. Die Gewinne des britischen Einzelhändlers seien
über alle Regionen hinweg besser als erwartet ausgefallen. Hinzu
komme die erhöhte Prognose.
Technologiewerte profitierten unterdessen von den guten Vorgaben aus
den USA. Hier hatten Meta und AMD mit
zweistelligen Kursgewinnen für Aufsehen gesorgt. Auffallend stark
waren Prosus mit 5,5 Prozent Gewinn. Die Aktie der
Beteiligungsgesellschaft profitierte damit von den Gewinnen der
asiatischen Beteiligungen.
Keine neuen Impulse erhielten dagegen Roche durch
günstige Studienergebnisse. Der Schweizer Pharmakonzern ist danach
bei der Entwicklung seines Abnehm- und Diabetes-Wirkstoff
Enicepatide einen Schritt weiter. In klinischen Tests der Phase II
mit dem wichtigen Hoffnungsträger seien alle vorrangigen
Studienziele erreicht worden, hatte das Unternehmen
mitgeteilt./mf/stk