Die europäischen Börsen starten am
Montag erholt in eine möglicherweise richtungsweisende Woche. Wieder
sinkende Ölpreise stützten die Kurse und überlagerten die politische
Unsicherheit, die in Deutschland nach erneuten Landtagswahlen
entstanden ist. Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen
kommt neue Hoffnung auf neue diplomatische Bemühungen zur
Entschärfung der Situation im Nahen Osten auf.
Der EuroStoxx 50 stieg gegen Mittag um 1,31 Prozent
auf 6.317,73 Punkte. Außerhalb der Eurozone ging es für den
britischen FTSE 100 um 0,75 Prozent auf 10.739,55
Zähler nach oben. Der Schweizer Leitindex SMI legte
0,88 Prozent auf 13.906,97 Punkte zu.
US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber Fox News, er wäre am
Rande der Generalversammlung, die am Dienstag beginnt,
"wahrscheinlich" bereit zu einem Treffen mit dem iranischen
Präsidenten Masoud Pezeshkian. Außerdem nährte das geplante
Gipfeltreffen zwischen Trump und Chinas Xi Jinping die Hoffnung auf
eine Lösung der Nahost-Konflikte.
Besonders begehrt waren Aktien aus dem Technologiesektor, denn
US-Präsident Donald Trump will die Entwicklung Künstlicher
Intelligenz (KI) in den USA weiter beschleunigen - trotz wachsender
Warnungen vor existenziellen Risiken. Aktien von ASML
und Infineon waren vor diesem Hintergrund im
EuroStoxx die führenden Werte.
Der Sektorindex Stoxx Europe 600 Technology schaffte
es erstmals seit Ende August wieder über seine 21-Tage-Line, worin
viele Anleger ein kurzfristig positives Signal sehen. Vertreter der
USA und Chinas äußerten sich außerdem optimistisch über Gespräche,
die zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt auch zum
KI?Thema geführt werden. "Wir wollen eine gemeinsame Vision
hinsichtlich gemeinsamer Ziele und gemeinsamer Bedrohungen", sagte
US-Finanzminister Scott Bessent.
Aus dem erweiterten Technologisektor schnellten in Zürich die Aktien
von AMS-Osram um 16 Prozent hoch. Der Sensoren- und
Halbleiterhersteller hat im Bereich des KI-Ausbaus einen
technologischen Durchbruch bei Dünnschicht-Oberflächenemittern
(VCSELs) erzielt, indem mit dem Partner BizLink eine steckerbasierte
Multicore-Faserlösung demonstriert wurde.
Etwas hinter den Tech-Werten bewegte sich in der Branchentabelle der
Bankensektor, der unter anderem von einem Anstieg um drei Prozent
bei der Societe Generale angeführt wurde. Die
französische Bank peilt mittelfristig eine deutlich höhere
Eigenkapitalrendite an und gab außerdem bekannt, dass bis zum Jahr
2029 mindestens 21 Milliarden Euro in Dividendenzahlungen und
Aktienrückkäufe gesteckt werden sollen.
Eine sehr negative Ausnahme war Novo Nordisk mit
einem Rückschlag um fünf Prozent. Bis 2030 werde zwar ein
durchschnittliches Wachstum auf Augenhöhe mit der Konkurrenz
avisiert, so ein Marktteilnehmer. Das seien aber die Jahre vor der
Patentklippe des Wirkstoffs Semaglutid, die ein wichtiger
Sorgenfaktor bleibe. Die Skeptiker monierten zudem die Bewertung.
Im Logistikbereich fiel Kühne & Nagel in Zürich an
der Schweizer Börse mit einem Anstieg um 5,3 Prozent positiv auf.
Der Konzern sorgte mit der Vereinbarung einer langfristigen
strategischen Zusammenarbeit mit dem Online-Riesen Amazon
für etwas KI-Fantasie unter seinen Anlegern./tih/stk