ROUNDUP/Aktien New York: Kurse schwächeln nach starkem Vortag
Die New Yorker Börsen sind nach dem starken
Vortag am Freitag ein wenig unter Druck geraten. Die Renditen für
US-Anleihen zogen wieder an und schmälerten das Interesse der
Anleger an Aktien. Zudem stabilisierten sich die Ölpreise, deren
deutlicher Rückgang die Kurse zuletzt gestützt hatte. Auch der große
Verfallstermin an den Terminbörsen bremste die Risikobereitschaft.
Zuletzt sank der Dow Jones Industrial um 0,40 Prozent
auf 51.571 Punkte. Angesichts der deutlichen Kursabschläge vor der
gestrigen Erholung steuert der Leitindex auf einen Wochenverlust von
1,9 Prozent zu. Der marktbreite S&P 500 verlor am
Freitag 0,17 Prozent auf 7.624 Punkte. Für den technologielastigen
Nasdaq 100 ging es nur um 0,02 Prozent auf 29.442
Punkte nach unten. Vor allem dank des starken Donnerstags zeichnet
sich für die Woche ein Plus von knapp 0,3 Prozent ab.
Die US-Börsen hielten sich damit deutlich besser als die
europäischen Aktienmärkte - dort steht ebenfalls der große Verfall
auf der Agenda. Neben dem Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
erlitt auch der Dax sichtbare
Verluste. In Deutschland sorgen die anstehenden Landtagswahlen in
Berlin und Mecklenburg-Vorpommern für politische Unsicherheit. Die
Wahlergebnisse könnten die Bundesregierung und insbesondere die
regierende Union von Bundeskanzler Friedrich Merz noch stärker unter
Druck setzen.
Einmal mehr gefragt waren in New York die Aktien von
Halbleiterunternehmen. Sandisk , Lam Research
und Seagate Technology verzeichneten
Kursgewinne von bis zu 5,7 Prozent. Aussagen von Nvidia-Chef
Jensen Huang, der im kommenden Jahr mit einer
Verdopplung des Chipabsatzes rechnet, halfen der guten
Branchenstimmung. Die Nvidia-Aktien selbst hinkten der guten
Entwicklung mit einem knappen Minus aber weiter hinterher.
Die zuletzt schon erholten Krypo-Aktien wie Strategy
und Coinbase zogen um weitere 11 beziehungsweise 10
Prozent an. Sie profitierten davon, dass die US-Börsenaufsicht SEC
grünes Licht für eine verlängerte Ausnahme gegeben hat, die den
Handel mit tokenisierten Aktien erlaubt. Dabei handelt es sich um
digitale Abbilder klassischer Wertpapiere auf einer Blockchain.
Dagegen büßten Netflix-Titel 4,4 Prozent ein. Analyst
Seven Cahall von der Bank Wells Fargo stufte die Aktien wegen seiner
Skepsis gegenüber der Content-Strategie des Streamingriesen ab. Er
sieht die Gefahr, dass beliebte Eigenproduktionen verloren gehen,
sollte Netflix in Konkurrenz zu Youtube zu einer umfassenderen
Content-Plattform umgestaltet werden.
Im Stahlsektor ging es für Nucor und Steel Dynamics
um 5,8 beziehungsweise 4,7 Prozent bergab. In beiden
Fällen reagieren die Anleger enttäuscht auf die Zielsetzungen der
Unternehmen für das dritte Quartal./gl/zb