Wiener Aktienmarkt vorbörslich etwas tiefer erwartet / An großem Verfalltag
Der Wiener Aktienmarkt dürfte am Freitag mit moderaten Verlusten in den Handel starten. Bankenindikationen sahen den ATX rund 45 Minuten vor Handelsbeginn bei 6.843 Punkten und damit 0,3 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag. Auch das europäische Umfeld wird trotz guter Asien-Vorgaben etwas tiefer erwartet. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung bleiben die Anleger kritisch, auch wenn der Ölpreis über Nacht nochmals etwas nachgab.
Aufgrund des sogenannten großen Verfallstags könnten die Kursschwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes und einzelne Aktien aus. Hinter diesen Schwankungen stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft.
Ansonsten gibt die Agenda zu Wochenschluss kaum Impulse her. Im Fokus bleibt wohl die weitere Nachlese der US-Notenbank-Entscheidung, die ihre erste Zinserhöhung seit drei Jahren vollzogen hat. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes stellt sich nun die schwierige Frage, wie weit dieser Zyklus gehen wird. Die japanische Notenbank hat ihren Leitzins erwartungsgemäß am Freitag weiter angehoben.
Am heimischen Aktienmarkt lagen auf Unternehmensseite kaum Nachrichten vor. Die RBI wies die Anschuldigungen des Leerverkäufers Grizzly Research zu ihrem Russland-Geschäft zurück, die die Aktien am Vortag unter Druck gebracht hatten. Die Bank sprach von "irreführenden und suggestiven Aussagen" sowie mehreren sachlichen Fehlern.
Die Stellungnahme der RBI sei direkt auf mehrere der wichtigsten Vorwürfe von Grizzly eingegangen und habe konkrete sachliche Gegenargumente geliefert, schrieb Analyst Thomas Unger von der Erste Group. Er erwartet eine Erholung des Aktienkurses, auch wenn eine gewisse Unsicherheit bestehen bleiben dürfte, bis es weitere Bestätigungen seitens der Aufsichtsbehörden oder unabhängiger Stellen gebe.
Am Donnerstag hatte der ATX um 0,80 Prozent höher bei 6.865,02 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Donnerstag:
AT&S +5,69% 167,20 Euro Erste Group +3,64% 122,50 Euro voestalpine +2,00% 46,84 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Donnerstag:
Raiffeisen Bank International -6,01% 60,95 Euro Semperit -4,35% 17,60 Euro Kapsch TrafficCom -3,89% 4,45 Euro
spa/ger
ISIN AT0000999982