Rohstoffe (Vormittag) - Ölpreise geben etwas nach / Goldpreis klar im Plus
Die Ölpreise sind am Donnerstag weiter gefallen. Im Vergleich zum Vortag hielten sich die Preisrückgänge am Vormittag aber in Grenzen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November gab um 0,8 Prozent auf 104,96 US-Dollar nach.
Am Mittwoch war der Preis für Rohöl der Sorte Brent noch zeitweise fast vier Dollar je Barrel gefallen, nachdem es Hinweise gegeben hatte, dass eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien wieder in Betrieb genommen werden könnte. Saudi-Arabien plane, innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Kapazität seiner beschädigten Ost-West-Pipeline wiederherzustellen und den Vollbetrieb in sechs Wochen zu gewährleisten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg und berief sich auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
"Ich würde noch nicht von Entwarnung sprechen", sagte Anlagestratege Haris Khurshid vom Hedgefonds Karobaar Capital. Bei einer Wiederinbetriebnahme der Ost-West-Pipeline in Saudi-Arabien gewinne der Markt zwar etwas Kapazität zurück, es gebe aber kaum Puffer für unvorhergesehene Ausfälle.
Der Iran-Krieg und die damit verbundene faktische Blockade der Straße von Hormuz als wichtige Transportroute für Öllieferungen haben die Preise für den Rohstoff im Verlauf des Jahres deutlich nach oben getrieben. Seit Beginn des Jahres hat sich Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee um mehr als 70 Prozent verteuert.
Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt gefallen. Wie das OPEC-Sekretariat am Donnerstag in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Mittwoch 124,04 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das waren 59 Cent weniger als am Vortag. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.
Der Goldpreis ist am Donnerstag gestiegen und hat damit Verluste nach der US-Zinsentscheidung vom Vorabend wettgemacht. Am Vormittag wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 4.307,07 US-Dollar gehandelt. Das ist etwa ein Prozent mehr als am späten Vorabend. Die Notierung stand damit nur knapp unter dem Niveau, das vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed herrschte.
ste/ger