Aktien Frankfurt Ausblick: Gewinne erwartet nach US-Zinserhöhung
Nach der erwartungsgemäßen Zinserhöhung der
US-Notenbank Fed dürften die Anleger am Donnerstag bei deutschen
Aktien zugreifen. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der
X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax
ein Plus von 0,4 Prozent auf 25.641 Punkte.
Die Entschlossenheit des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh, die Inflation
zu bekämpfen, hat die Märkte im Anschluss an die erste Zinserhöhung
der US-Amerikaner seit 2023 beruhigt. "Die Fed verteidigt ihre
Glaubwürdigkeit", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ
Trust. Er hält eine weitere Erhöhung im Oktober oder spätestens
Dezember für wahrscheinlich. Die Fed demonstriere damit auch
politische Unabhängigkeit, was bei den Anlegern gut ankomme, betonte
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Der Industriedienstleister Bilfinger kämpft wegen des
länger als erwartet anhaltenden Kriegs im Nahen Osten unterdessen
weiter mit einer mauen Nachfrage. Die Entwicklung im zweiten
Halbjahr bleibe bislang hinter den Erwartungen zurück. Bilfinger
senkte am Vorabend daher seine Prognosen für das laufende Jahr und
setzte ein Sparprogramm auf. Ein Händler sprach am Morgen von einer
bitteren Gewinnwarnung. Die Bilfinger-Aktie sackte im vorbörslichen
Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate um 8 Prozent ab.
Angesichts der wirtschaftlichen Lage in der Welt verabschiedet sich
der Spezialchemiekonzern Wacker von seinen
ehrgeizigen Zielen für die kommenden Jahre. Von einem Umsatz von
rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2030 ist keine Rede mehr. Die
operative Marge (Ebitda) soll statt mehr als 20 Prozent nur noch
etwa 15 Prozent erreichen. Das neue Margenziel dürfte als
realistisch angesehen werden, kommentierte ein Händler und glaubt an
eine positive Überraschung bei den Zahlen für das dritte Quartal
2026. Die Wacker-Anteilsscheine legten auf Tradegate um 1,7 Prozent
zu.
Der Energieversorger RWE hat seine Beteiligung am
Übertragungsnetzbetreiber Amprion wie erwartet ausgebaut. Damit
wächst der durchgerechnete Anteil an Amprion auf 58 Prozent. Die
RWE-Papiere reagierten auf Tradegate kaum./edh/jha/